Baden-Württemberg: Kompromisssuche beim Verbrenner-Ende – Grüne und CDU signalisieren Beweglichkeit

In Baden-Württemberg möchten CDU und Grüne mit einem flexibleren Kurs punkten: Statt das von der EU geplante Aus für Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 starr umzusetzen, strebt die Landesregierung eine Öffnung für verschiedene klimafreundliche Antriebsmöglichkeiten an.

heute 17:38 Uhr | 3 mal gelesen

So jedenfalls liest sich der aktuelle Koalitionsvertrag, dessen Einzelheiten demnächst offiziell präsentiert werden – vorab berichtete bereits das 'Handelsblatt'. Die Landesregierung stellt darin klar: Baden-Württemberg soll weiterhin als Produktionsstandort für das Auto von morgen glänzen. Zwar gibt man der Elektromobilität einen zentralen Platz, doch ausdrücklich werden auch alternative und verbesserte Verbrennertechnologien – darunter effiziente Motoren, Plug-in-Hybride sowie Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerern – als Bausteine für die Transformation genannt. Interessanterweise verzichtet der Vertrag auf das Festlegen eines Ausstiegsjahres 2035. Ministerpräsident in spe, Cem Özdemir, geht hier einen anderen Weg als seine Bundespartei und ihren kompromisslosen Kurs gegen den Verbrenner. Für Baden-Württemberg bleibt das Ziel der Klimaneutralität bis spätestens 2040 gesetzt – aber der Weg dorthin soll, wenn es nach Grün-Schwarz geht, flexibler und technologieoffener gestaltet werden. Die verschärften CO2-Flottengrenzen aus dem europäischen "Fit-for-55"-Paket stehen weiter im Fokus: Während bisher ab 2035 ein Absatzstopp für Neuwagen mit Verbrennern vorgesehen war (durch Absenkung des zulässigen CO2-Ausstoßes auf null), gibt es jetzt Vorschläge aus Brüssel, die Grenzwerte zu entschärfen. So könnten Autobauer eventuell bis 2035 einen CO2-Restwert von zehn Prozent gegenüber heute behalten, dazu kämen neue Ziele für Unternehmensfuhrparks. Wer dachte, Klimapolitik sei ein einfaches Schwarz-Weiß – hier wird’s bunter und widersprüchlicher.

Baden-Württembergs neue Landesregierung zeigt sich bemerkenswert offen bei der Frage, wie der Übergang zur Klimaneutralität im Verkehrssektor laufen soll: Während das Bundeskabinett und die Grünen auf Bundesebene fest hinter einem klaren Verbrenner-Aus bis 2035 stehen, will die dortige Koalition technologieoffene Spielräume lassen. Dies ist auch eine Reaktion auf die Sorgen der vielen Zulieferbetriebe und Autobauer im Land – Wettbewerbsfähigkeit und Innovation werden als mindestens genauso wichtig eingestuft wie Klimaschutzvorgaben. Neueste Medienberichte zeigen, dass nicht nur deutsche Landesregierungen, sondern auch EU-Institutionen derzeit an flexibleren Flottengrenzen und alternativen Wegen in Richtung CO2-Reduktion arbeiten; das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2040 in Baden-Württemberg bleibt dabei weiter unangetastet. Außerdem: Forschung und Politik diskutieren zunehmend die Rolle von E-Fuels, Wasserstoff sowie Hybridlösungen – teils mit viel Hoffnung, teils mit Skepsis. Ein zentrales Thema bleibt das Potenzial und die tatsächliche Klimawirkung alternativer Antriebe, auch aus ökologischer und industriepolitischer Sicht.

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