Deutschland und Portugal peilen engere Wirtschaftskooperation an

Kanzler Friedrich Merz (CDU) setzt auf eine intensivere Partnerschaft im wirtschaftlichen Bereich mit Portugal.

heute 19:11 Uhr | 3 mal gelesen

Das Treffen von Friedrich Merz und dem portugiesischen Premier Luís Montenegro am Dienstag in Berlin war vom Wunsch nach stärkerem ökonomischem Schulterschluss geprägt. Merz betonte gleich zu Beginn, dass der Fokus des Austauschs klar auf der Vertiefung der gemeinsamen Wirtschaftsbeziehungen liege. Was mich persönlich überrascht hat: Offenbar entwickelt sich gerade in Sachen IT viel Dynamik. Es ist etwas kurios – früher dachte man bei Portugal vielleicht eher an Strand und Fado, aber jetzt steht der Fortschritt in der Digitalisierung im Mittelpunkt der Gespräche. Die Minister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung beider Länder basteln bereits an konkreten Digitalprojekten; der Draht zwischen Berlin und Lissabon scheint also heißzulaufen. Übrigens gibt es laut Merz zusätzlich großes Potenzial in der Kooperation zwischen der Lufthansa und TAP – ein Move, der nicht nur wirtschaftlich spannend sein dürfte, sondern auch für Vielflieger möglicherweise Vorteile birgt. Montenegro wiederum hob hervor, dass die Rolle deutscher Firmen für seine Wirtschaft kaum zu überschätzen sei, vor allem angesichts der Tatsache, dass Portugals Technologieexporte um 150 Prozent zugelegt haben sollen. Da fragt man sich unwillkürlich: Entwickelt sich Portugal langsam zum Tech-Geheimtipp Europas? Beide Staatenlenker mahnten außerdem neue Handelsabkommen mit Drittstaaten an – ein Thema, das bei aller Begeisterung für bilaterale Freundschaft den Blick auf das große Ganze lenkt. Ganz nebenbei kam auch die Verteidigungspolitik zur Sprache – Merz bewarb das deutsche Boxer-System als möglichen Zukauf für Portugal. Wenn daraus etwas Ernstes wird, könnte das die militärische Zusammenarbeit noch enger verweben – nicht nur eine Randnotiz, wie ich finde.

Deutschland und Portugal richten den Blick auf eine intensivierte wirtschaftliche Kollaboration, besonders im Bereich Digitalisierung und Luftfahrt. Portugals Premier hebt die Relevanz deutscher Unternehmen sowie den beachtlichen Zuwachs an Technologieexporten seines Landes hervor. Nicht zu unterschätzen ist auch das militärische Interesse: Verläuft die mögliche Beschaffung des Boxer-Systems planmäßig, rückt die sicherheitspolitische Partnerschaft enger zusammen. Ergänzende Recherche zeigt: Neben bilateralen Wirtschaftsprojekten ist die Zusammenarbeit Europas in Fragen von Lieferkettengesetzgebung, klimafreundlichen Technologien und Digitalisierung aktuell ein zentrales Thema der internationalen Presse. Die Länder loten zudem gemeinsame Positionen in Fragen wie der Bewältigung des Fachkräftemangels, der Energiepartnerschaften und einer resilienteren Infrastruktur aus. Auch das gesellschaftliche und kulturelle Miteinander gewinnt bei offiziellen Treffen an Bedeutung und wird von Medien wie der FAZ oder ZEIT aktuell diskutiert.

Schlagwort aus diesem Artikel