Ausbildungskrise verschärft sich: Zehntausende Jugendliche ohne Lehrstelle

Immer weniger Unternehmen in Deutschland bieten Ausbildungsplätze an – Tausende junge Menschen stehen ohne Perspektive da.

heute 15:59 Uhr | 2 mal gelesen

Der aktuelle Berufsbildungsbericht der Bundesregierung bringt wenig Erfreuliches ans Licht: 2025 schlossen bundesweit nur noch rund 476.000 Menschen einen Ausbildungsvertrag ab, das sind erneut weniger als in den Vorjahren. Das Angebot an Lehrstellen war mit etwa 530.000 Plätzen ebenfalls rückläufig – sogar stärker als in den Krisenjahren der Pandemie. Die Nachfrage seitens der Jugendlichen, überraschenderweise, steigt das dritte Jahr in Folge leicht an und liegt mittlerweile bei über 560.000; ausgerechnet jetzt, da Betriebe ihr Engagement zurückfahren. Besonders bitter für etwa 40.000 junge Leute: Für sie gab es weder Ausbildungsplatz noch eine alternative Einstiegsmöglichkeit wie Praktikum oder Berufsvorbereitung – eine Größenordnung, wie sie zuletzt 2009 erreicht wurde. Man könnte sagen: Während Unternehmen vom Fachkräftemangel klagen, bleibt die Ausbildung vielerorts auf der Strecke. Elke Hannack, stellvertretende DGB-Chefin, spricht gar offen von einer 'Ausbildungsmisere' und fordert dringende Schritte: Die seit Langem diskutierte Ausbildungsgarantie müsse ausgebaut werden. Ein Ausweg ist aber jedenfalls nicht in Sicht, solange Ausbildungsbetriebe weiter auf die Bremse treten. Und vielleicht fragt sich mancher: Liegt es nur am vielbeschworenen Nachwuchsmangel, oder spielt auch ein gesellschaftlicher Wertewandel hinein? Für die Jugendlichen jedenfalls bleibt die Lage angespannt.

In Deutschland verschärft sich der Mangel an Ausbildungsplätzen: 2025 wurden erneut weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, wie der Berufsbildungsbericht zeigt. Trotz steigender Nachfrage finden immer weniger junge Menschen einen Platz – so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr blieben ohne Perspektive. Gewerkschaften fordern jetzt entschlossenes Gegensteuern und einen Ausbau der Ausbildungsgarantie. – Aktuelle Recherchen zeigen, dass einerseits Betriebe händeringend nach Fachkräften suchen, andererseits jedoch Ausbildungskosten und unsichere wirtschaftliche Aussichten viele Unternehmen zurückschrecken lassen. Zugleich hat die Pandemie strukturelle Schwächen im System offengelegt, etwa bei der Berufsorientierung und Integration bildungsbenachteiligter Jugendlicher. Laut Experten wären gezielte staatliche Programme und eine bessere Verzahnung von Schule und Praxis dringend nötig, um die drohende Fachkräftelücke abzufedern und jungen Menschen wieder Zukunftsperspektiven zu bieten.

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