Mal ehrlich – die Realität für Frauen mit kleinen Kindern sieht in Deutschland 2024 noch immer recht zäh aus. Genau darauf verweist Karin Prien, als sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ein Interview gibt: Zusammengenommen sind nicht einmal 40 Prozent der Mütter von Kleinkindern erwerbstätig, während fast 89 Prozent der Väter mit winzigen Kindern ganz selbstverständlich weiter arbeiten gehen. Prien betont, dass Gleichstellung kein nettes Extra sei, sondern eigentlich längst politischer Auftrag – und irgendwo verstolpern wir den immer noch. Klar gibt es Verbesserungen, heimlich tickt aber eine alte Rollenverteilung weiter. Viele Frauen stemmen nach wie vor das Gros an Familienkram – was sich dann schnurstracks aufs Berufsleben auswirkt: weniger Geld, brüchige Karrieren, Lücken bei der Altersvorsorge. Gleichstellung in Deutschland fühlt sich teils wie ein Dauerlauf im Sand an.
Die Gründe kennt vermutlich jede Mutter, die zwischen Kita, Einkaufen und Job jongliert: Traditionen halten sich hartnäckig, Strukturen knirschen und viele Anreize gehen am Alltag vorbei. Viel ist also hausgemacht – aber auch die Arbeitswelt bleibt oft bockig. Prien fordert mehr politischen Ehrgeiz und – nicht ganz unwichtig – ein neues Miteinander zwischen Eltern. Wo es hakt? Nicht nur an fehlender Kinderbetreuung, sondern auch an unausgesprochenen Erwartungen und subtil weitervererbten Denkmustern. Vielleicht braucht es weniger runde Tische – und mehr ehrliche Debatten darüber, wie wir leben wollen.
Prien macht erneut darauf aufmerksam, wie groß die Kluft in der Erwerbstätigkeit von Eltern kleiner Kinder ist: Laut Statistischem Bundesamt nur 39,7 Prozent erwerbstätige Mütter im Vergleich zu fast 89 Prozent der Väter. Sie fordert nachhaltige politische Maßnahmen und einen kulturellen Wandel, damit die Gleichstellung nicht ein bloßes Lippenbekenntnis bleibt. Neuere Analysen betonen, dass nicht nur die Kinderbetreuung ein Flaschenhals ist, sondern auch Arbeitszeitmodelle, finanzielle Anreize und patriarchale Strukturen – so zeigen zum Beispiel Studien, dass steuerliche Fehlanreize, wie das Ehegattensplitting, und unflexible Arbeitszeiten weiterhin große Hürden darstellen. Besonders nach der Pandemie sind zwar Homeoffice und Teilzeitmodelle zahlreicher, aber viele Führungsetagen bleiben männlich geprägt und die Haus- und Care-Arbeit landet wie eh und je oft bei den Frauen. Zusätzlich wird aktuell diskutiert, ob gesetzliche Änderungen (z.B. verpflichtendes Elterngeld für Väter) oder umfangreichere Kita-Angebote effektiver helfen könnten, Gleichstellung im Alltag zu verwirklichen.