Commerzbank: Klare Kante gegen Unicredit-Angriff

Mit überraschend deutlichen Worten distanziert sich Commerzbank-Vize Michael Kotzbauer vom Übernahmeansinnen der italienischen Bank Unicredit – und übt harsche Kritik am Vorgehen der Konkurrenz. Gespräche schließt die Commerzbank zwar nicht kategorisch aus, doch der aktuell vorliegende Plan stößt auf Widerstand.

heute 07:11 Uhr | 1 mal gelesen

Was Unicredit da nach Monaten angeblicher Verhandlungen auf den Tisch gebracht hat, ist für Michael Kotzbauer, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank, schlichtweg eine Zumutung. "Die Bank, wie sie für unsere Kundinnen und Kunden funktioniert, würde aufgespalten werden. Und das Ganze sogar, ohne dass unsere Aktionäre wirklich davon profitieren – ganz im Gegenteil: Sie sollen ihre Aktien sogar mit Abschlag gegen Unicredit-Papiere eintauschen", gibt er im Gespräch mit der FAZ zu bedenken. Und natürlich sehe man sich dem Wohl der eigenen Aktionäre verpflichtet. Doch mit Kritik am Zahlenwerk gab sich Kotzbauer nicht zufrieden. Was ihn besonders stört: Das öffentliche Vorpreschen Unicredits, das er als "feindliches Vorgehen" empfindet – mit Aussagen, die die Commerzbank für irreführend hält. "So werden Kundinnen und Kunden, die doch das Fundament jeder Bank sind, nicht ernst genommen", sagt er – und das klingt nicht nach einer Floskel, sondern eher nach ehrlich empfundener Sorge um die Identität der Bank. Im täglichen Geschäft – insbesondere beim Firmenkundengeschäft – sieht er die Bank solide aufgestellt, auch im wirtschaftlich unsicheren Umfeld: "Das Kreditbuch ist robust." Am 8. Mai will das Unternehmen weiteres Zahlenmaterial und Pläne offenlegen und bis 2030 klare Etappenziele präsentieren. Was bis dahin alles passiert, bleibt abzuwarten – aber einen Blankoscheck für Unicredit gibt’s wohl definitiv nicht.

Michael Kotzbauer, Vizechef der Commerzbank, lehnt die von Unicredit vorgeschlagene Übernahme strikt ab und bezeichnet den vorgelegten Plan als schädlich für die Kunden und Aktionäre der Commerzbank. Besonders übt er Kritik an dem Vorgehen Unicredits, deren Kommunikation er als "feindlich" und irreführend empfindet. Die Commerzbank sieht sich, trotz Übernahmediskussion, im Firmenkundensegment gut aufgestellt – und setzt für die Zukunft auf eigene Strategien und Ziele bis 2030. Ergänzende Recherchen zeigen, dass die Übernahmepläne der Unicredit auch auf politischer Ebene kritisch gesehen werden, unter anderem wegen des Erhalts deutscher Bankenstandorte und möglicher Stellenstreichungen. Mehrere Branchenanalysten und Ökonomen warnen davor, dass eine Übernahme erhebliche Umbrüche nicht nur für die Belegschaft, sondern für den deutschen Finanzplatz insgesamt mit sich bringen könnte. Zudem wird berichtet, dass die Bundesregierung und die Finanzaufsicht die Entwicklungen eng beobachten und bei grenzüberschreitenden Fusionen besonders genau hinschauen, um nationale Interessen zu wahren.

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