Wo Deutschlands Beamte arbeiten: Schulen und Sicherheit dominieren

In Deutschland gibt es fast zwei Millionen Beamte, Richter und Soldaten – und die meisten von ihnen sind vor allem in Schulen oder im Bereich Sicherheit tätig.

heute 08:18 Uhr | 2 mal gelesen

Stichtag 30. Juni 2024: Laut Statistischem Bundesamt kommen bundesweit 1,96 Millionen Menschen zusammen, die unter das Dienstrecht für Beamte, Richter oder Soldaten fallen. Diese Gruppe ist zwar nur rund ein Drittel (36,4 Prozent) aller Angestellten im öffentlichen Dienst, aber sie prägt zentrale Felder wie Bildung und Sicherheit. Das Gros der Beschäftigten – und das ist vielleicht weniger bekannt – arbeitet hingegen mit einem klassischen Arbeitsvertrag. Schaut man genauer, landet der Löwenanteil just beim Schuldienst: 35,6 Prozent (696.000 Personen) arbeiten an allgemeinen oder beruflichen Schulen. Sicherheit und Ordnung – hier landen 19,1 Prozent (also 373.000 Personen), das umfasst Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt. Weitere Schwerpunkte: Verteidigung (10 Prozent), Finanzämter / Zoll (8,6 Prozent), Ministerien und zentrale Verwaltung (8,5 Prozent) und Justiz (6,5 Prozent). Manches ändert sich: In zehn Jahren ist die Zahl der Beamten um 5,8 Prozent gewachsen, die der Angestellten im Staatsdienst aber noch deutlicher, um über ein Fünftel. Über alle Sparten zusammen sind es jetzt über 5,3 Millionen Beschäftigte. Sortiert nach Einsatzorten findet man beim Bund nur einen Bruchteil aller Beamten (19 Prozent), während fast drei Viertel (70,1 Prozent) der Beamtenjobs auf Länderebene angesiedelt sind, vor allem wegen der Zuständigkeit für Schulen. Gerade dort variiert das Verhältnis enorm nach Bundesland – während in Baden-Württemberg, Saarland und Niedersachsen fast alle Lehrkräfte Beamte sind, liegt der Anteil in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen teils weit unter einem Drittel. Das liegt meistens an landesspezifischen Vorgaben oder politischen Entscheidungen zur Verbeamtung. Fun Fact: Bereiche wie Verkehrs- und Nachrichtenwesen verlieren an Beamten – die Privatisierung macht sich da sichtbar. So kann sich eine Verwaltung eben auch verändern.

Deutschlands öffentlicher Dienst wächst, wobei vor allem Schulen und der Bereich Sicherheit zu den größten Arbeitgebern für Beamte zählen. Besonders auffällig ist die gestiegene Zahl verbeamteter Lehrkräfte – ein Trend, der sich ungleich auf die Bundesländer verteilt, was unter anderem bildungspolitische Debatten über die Attraktivität des Lehrerberufs weiter anheizt. Die Beschäftigtenzahl im öffentlichen Dienst insgesamt ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen, wobei privatrechtliche Arbeitsverhältnisse weit stärker zunehmen als klassische Beamtenstellen. Durch das Auslaufen von Verbeamtungen in manchen Bereichen (z.B. Bahn, Arbeitsagentur) verschieben sich die Schwerpunkte weiterhin – und die Verteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen bleibt ungleichgewichtig. In den letzten Tagen wurde in verschiedenen Medien zudem diskutiert, dass die zunehmende Arbeitslast im Staatsdienst zu mehr Krankheitsausfällen bei Beamten führt. Laut einer aktuellen Analyse von Die Zeit und Süddeutscher Zeitung leiden viele Beschäftigte unter Personalmangel und Überlastung – was auch die Attraktivität des öffentlichen Dienstes für Nachwuchskräfte bedrohen könnte.

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