Miersch (SPD): „Wir begegnen uns in der Ampel auf Augenhöhe“

Matthias Miersch, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, kontert gelassen die jüngsten Forderungen aus Reihen der Union und betont die Gleichberechtigung innerhalb der Regierungskoalition.

heute 10:11 Uhr | 2 mal gelesen

So ganz trocken blieb die Antwort von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch auf die jüngste Mahnung von Kanzler Friedrich Merz nicht. Merz hatte – ganz im Ton des politischen Alltags – mehr Entgegenkommen von der SPD eingefordert, dem wollte Miersch aber nicht nachgeben. "Merz steht doch genauso in der Verantwortung wie wir alle", sagte er am Montag bei RTL und ntv mit einem leichten Achselzucken. Politische Kompromisse seien schließlich kein Wunschkonzert, sondern eher eine Pflichtveranstaltung auf rauem Parkett. Miersch listete auf: Von der Wehrpflicht bis zum zähen Ringen um die europäische Asylpolitik – es habe laut ihm durchaus Zugeständnisse auf beiden Seiten gegeben. Die öffentliche Wahrnehmung sei vielleicht manchmal schärfer als die realen Fortschritte. "Eins ist klar: Wir sind Partner auf gleicher Höhe – keiner hat hier das Sagen allein," betonte er. Trotzdem: Man balgiere sich mit harter Kante, die Debatten und Kontroversen seien keine Kaffeekränzchen, eher mal eine politische Wrestling-Einlage. Insbesondere die kommenden Reformen im Gesundheitssystem versprächen Debatte pur. Kurz gesagt: Harmonie sieht anders aus, aber der politische Arbeitsmodus ist eben oft ein spröder – und vermutlich auch der ehrlichste.

Im Kern spricht Miersch von der Notwendigkeit gegenseitigen Respekts und fairer Auseinandersetzung in der Koalition. Er verweist darauf, dass trotz öffentlicher Kritik bereits viele gemeinsame Projekte umgesetzt wurden und noch große Herausforderungen bevorstehen, wie etwa die Gesundheitsreform. Im aktuellen politischen Umfeld ringen SPD, CDU und CSU zwar hart um Lösungen, aber alle Seiten sind sich bewusst, wie wichtig Kompromisse und Teamwork für das Land sind. — In den letzten 48 Stunden wurde zudem berichtet, dass die Regierungskoalition weiterhin unter wachsendem Druck steht – einerseits durch interne Differenzen, andererseits durch Umfragen, die zeigen, dass viele Bürger skeptisch auf die Ergebnisse der Ampel-Koalition blicken. Gleichzeitig bekommen die Koalitionsparteien immer wieder Gegenwind von der Opposition, doch steht die SPD laut Miersch für klare Haltung und Kooperationsbereitschaft. Die letzten Berlin-Tage standen auch ganz im Zeichen neuer Reformvorschläge; Experten sehen vor allem bei der Gesundheitspolitik noch viel Klärungsbedarf und erwarten einen heißen Diskussionssommer.

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