Politische Konsequenz: Grüne, SPD und Linke verlassen X

Die deutschen Parteien Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke kehren X, vormals Twitter, demonstrativ den Rücken. Ihre Koordination und die erklärten Motive lassen aufhorchen.

heute 11:21 Uhr | 4 mal gelesen

Dass gleich drei Parteien – Grüne, SPD und Linke – sich fast zeitgleich von X verabschieden, ist alles andere als Zufall. Laut ihren Statements, die sie am Montag einstellten, sei X ein Ort geworden, an dem Desinformationen und toxische Dynamiken überhandnehmen. Nicht nur die offiziellen Kanäle der Parteien werden stillgelegt, sondern auch die Seiten ihrer prominenten Politiker. Manche haben schon ihre Profile quasi abgeschaltet, auch die jeweiligen Fraktionen im Bundestag sind dabei. Hintergrund ist die Politik von Elon Musk, der seit der Übernahme 2022 noch weniger gegen Manipulation und rechte Hetze tut – oder sagen wir: Aggressor mit Ansage. Zum Bruch trug bei, dass Musk wiederholt Trump sowie rechtspopulistischen Stimmen Vorschub leistete. Konsequenz: Grüne, SPD und Linke raten nun ihren Mitgliedern, sich von X abzuwenden. Völlig gehorsam bleibt allerdings niemand – am Ende haben einzelne Mitglieder weiter freie Hand. Manche Accounts bleiben einfach ruhend, für die Archivsüchtigen unter uns. Künftig soll die digitale Parteidebatte eher auf alternativen Plattformen wie Bluesky laufen. Ob sich das wirklich durchsetzt, bleibt abzuwarten – aber der Schritt ist ein Statement.

Grüne, SPD und Linke kehren X, dem ehemaligen Twitter, wegen wachsender Verbreitung von Falschinformationen und ausbleibender Maßnahmen dagegen den Rücken. Viele Accounts werden stillgelegt, aber nicht gelöscht, sodass Spuren bestehen bleiben, während die Parteien ihre Anhänger auffordern, sich ebenfalls kritisch mit ihrer Präsenz auf X auseinanderzusetzen. Weiterführende Recherchen belegen: Laut https://www.spiegel.de wurde der Rückzug auch international wahrgenommen, wobei insbesondere auf Musks Kurswechsel zum Umgang mit Hassrede und radikalen Inhalten verwiesen wird; die FAZ hebt hervor, dass durch diesen Schritt die digitale Reichweite der Parteien leiden könnte; laut Zeit Online löst der Abgang Debatten darüber aus, wie sich Parteien fortan mit jüngeren Zielgruppen online vernetzen wollen.

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