Während der Europatag naht, verändert sich in Europas Bevölkerung ein Grundgefühl. Laut frischen Daten der Bertelsmann Stiftung, die zwischen Herbst 2024 und Frühling 2026 erhoben wurden, wollen 73 Prozent der Menschen in der EU, dass Europa verstärkt auf eigenen Füßen steht – das sind signifikant mehr als noch 2024. Besonders bei den Älteren wächst diese Haltung. Die momentane US-Präsidentschaft hat das Bild der USA als zuverlässigen Partner spürbar ins Wanken gebracht: Über die Hälfte der Befragten haben das Vertrauen verloren. Immerhin: Zwar rangieren die USA noch auf Platz eins der europäischen Partnerschaften (31 Prozent), aber der Rückgang um 20 Punkte spricht Bände. Die Skepsis gegenüber einer zu engen Bindung an China bleibt, auch hier setzt man auf Unabhängigkeit – selbst, falls wirtschaftliche Einbußen nicht ausbleiben sollten. Anders als es vielleicht zu erwarten wäre, wenden sich die Europäer:innen aber nicht vollständig vom westlichen Bündnis ab. Großbritannien und Kanada steigen als Alternativen im Ansehen. Kurioserweise bleibt der Rückhalt für die NATO sehr stabil: Fast zwei Drittel sehen in ihr weiterhin einen entscheidenden Faktor für die Sicherheitsarchitektur. Experten der Bertelsmann Stiftung sprechen von einer klaren Forderung an die Politik, die Unabhängigkeit Europas jetzt anzupacken – auch mit Blick auf Außenpolitik und Verteidigung. Der Prozess wird begleitet durch eine Suche nach neuen, vielfältigeren Partnerschaften, um die eigene Position zu stärken.
Kleiner Einschub: Die Entwicklung überrascht eigentlich nur am Rande. Zu oft fanden enttäuschte Erwartungen an Amerika ihren Weg in europäische Küchen, in politische Debatten oder einfach in das Gefühl, nicht wirklich mitgenommen zu werden. Vielleicht ist das aktuelle Streben nach Eigenständigkeit weniger ein Bruch, sondern eher ein Nachreifen – ein Beweis europäischer Selbstbehauptung.
Immer mehr Menschen in Europa trauen den USA nicht mehr über den Weg: Eine große, aktuelle Bertelsmann-Studie weist nach, dass sich die EU-Bevölkerung einen stärkeren eigenen Kurs wünscht, insbesondere was Außen- und Sicherheitspolitik betrifft. Auch neue Medienrecherchen bestätigen: Der Vertrauensverlust in die USA wächst, befeuert durch eine erneut polarisierende US-Präsidentschaft und Unsicherheiten auf globaler Ebene. Gleichzeitig sehen die Wenigsten ein echtes Gegenmodell in China und befürworten, bei aller Skepsis, weiterhin die transatlantische Zusammenarbeit mit neuen Schwerpunkten – beispielsweise durch eine stärkere Rolle von Großbritannien und Kanada. Noch aktuelleres Presseecho betont zudem, dass diese Stimmungslage besonders durch die Sorge um Autonomie in Energie-, Verteidigungs- und Technologiesektoren getrieben wird. Auffällig in Online-Kommentaren und Beispielen: Viele Europäer:innen zweifeln an der Verlässlichkeit klassischer Partner und wünschen sich gezieltere Investitionen in EU-Eigenständigkeit, etwa in Rüstung, Innovation und Diplomatie. Für die kommenden Monate rechnen Kommentatoren mit zunehmender Debatte über die Rolle Europas in der Welt – auch als stille Reaktion auf die US-Präsidentschaft, innenpolitische Blockaden in Washington und wachsende globale Unsicherheiten.