Die Partie zwischen Bayern und Wolfsburg zeigte, dass in Fußball selbst scheinbare Favoritenrolle keine Sicherheit bedeutet. Beide Teams wollten unbedingt gewinnen – die einen wegen des Abstiegskampfs, die anderen, um nach internationalem Frust wenigstens ligaweit zu punkten. Besonders auffällig blieb die Leistung von Torhüter Grabara und der Fehlschuss von Kane – solche Details können eine Saison prägen. Beim Blick auf die aktuellen Entwicklungen findet sich in nahezu jeder großen deutschen Zeitung der Fokus auf die Prekarität im Abstiegskampf: Wolfsburgs Lage bleibt kritisch, weil der 1:0-Sieg von Bayern und die eigenen Versäumnisse den Sprung ans rettende Ufer verderben. Die Reaktionen reichen von Rücktrittsforderungen für Verantwortliche bis zu Sympathiebekundungen für die leidenden VfL-Fans – Fußball bleibt in Deutschland eben nie nur ein Spiel, sondern wirft große Schatten auf das Selbstverständnis ganzer Städte. Auch die Zukunft von VfL-Coach Dieter Hecking steht angesichts der enttäuschenden Saison auf der Kippe; in den kommenden Tagen wird sich entscheiden, ob er das Vertrauen weiterhin genießt oder der Verein auf frischen Wind setzt. Ein weiterer Punkt, den Kommentatoren heben: Das Rennen am Tabellenende bleibt so offen wie selten. Wer nach der langen Saison schlussendlich in die Relegation muss, ist völlig unklar – Heidenheim, St. Pauli und Wolfsburg balgen sich am allerletzten Spieltag um das nackte Überleben.