Finnlands Ex-Präsident Niinistö: Signal zur Gesprächsbereitschaft aus Moskau

Der frühere finnische Präsident Sauli Niinistö ist überzeugt, dass Russlands Staatschef Wladimir Putin grundsätzlich zu Verhandlungen mit Europa bereit wäre – allerdings nicht ohne kalkulierte Machtdemonstration.

18.05.26 00:04 Uhr | 28 mal gelesen

In einem Gespräch mit dem 'Stern' schilderte Sauli Niinistö seine Eindrücke von Putins jüngsten Stellungnahmen und Aktionen. Laut Niinistö vermittele Putin klar: 'Ich biete Gespräche an, aber unterschätzt meine Position nicht.' Zugleich jedoch lasse sich nicht ignorieren, dass aggressive Militärschläge gegen die Ukraine und das Testen neuer Interkontinentalraketen – konkret der Sarmat – den Wunsch nach Dominanz unterstreichen. Niinistö vermutet hinter Putins Haltung ein Ringen zwischen Kriegslogik und dem Drang, Macht zu demonstrieren. Die Zukunft der europäischen Sicherheit müsse, so der erfahrene Ex-Präsident, Gegenstand ernsthafter Gespräche mit Russland werden – ein Thema, das weit über den aktuellen Krieg hinausreiche. Besonders betont er die Dringlichkeit, Vereinbarungen über die Begrenzung hybrider Kriegsführung auszuhandeln: In seiner Sicht ähnlich kritisch wie atomare Rüstung nach 1945. Es gehe darum, Mechanismen der Kontrolle zu etablieren, bevor Konflikte weiter eskalieren. Niinistö, selbst häufig als Vermittler im Gespräch, zeigt sich offen für diese Rolle, ohne eindeutige Festlegung.

Niinistö meldet sich mit einem differenzierten Appell zu Wort: Europa sollte dringend in direkte Gespräche mit Russland treten – und zwar nicht nur wegen des Ukraine-Krieges, sondern um die künftige Sicherheitsarchitektur des Kontinents gemeinsam mitzugestalten. Seine Sorge gilt vor allem der zunehmenden Hybridkriegsführung, für die er Kontrollmechanismen nach dem Vorbild der Rüstungskontrolle fordert. Während er Putins Gesprächsbereitschaft erkennt, mahnt er zugleich, die Zeichen von Eskalation nicht zu unterschätzen – ein Balanceakt, der Europa eine aktive Rolle abverlangt.

Aktuelle Recherchen zeigen, dass die Dynamik in der Ukraine weiter von massiven Angriffen russischer Truppen geprägt wird, wobei internationale Vermittlungsangebote bislang immer wieder an den verhärteten Positionen scheitern. Die Debatte um hybride Kriegsführung – sei es durch Desinformation, Cyberattacken oder Sabotage – verschärft sich in Europa zunehmend, was der Forderung nach neuen Vereinbarungen zusätzliche Dringlichkeit verleiht. Niinistö bleibt eine der wenigen erfahrenen europäischen Persönlichkeiten mit direktem Draht nach Moskau; Beobachter halten neue diplomatische Initiativen aus Finnland in den kommenden Monaten für möglich.

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