Banaszak fordert: Männer sollen Flagge gegen Gewalt zeigen

Felix Banaszak, Vorsitzender der Grünen, ruft Männer dazu auf, sich aktiv zum Thema Gewalt gegen Frauen zu bekennen – und das am besten sichtbar in der Öffentlichkeit.

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Am kommenden Donnerstag steht das Brandenburger Tor nicht wie sonst für Touristenfotos, sondern als Mahnmal gegen Männergewalt im Mittelpunkt. Felix Banaszak, Grünen-Politiker, hat – ziemlich klar und vielleicht auch ein wenig frustriert – festgestellt, dass der Druck gegen Gewalt an Frauen nach wie vor von Frauen kommen muss. Er findet, das reicht nicht: Männer müssten sich viel offensiver zeigen – lautstark und solidarisch. Er spricht von Schülern, Vätern, Kollegen, Abgeordneten, ja, sogar dem Kanzler persönlich. "Es wäre an der Zeit, dass mehr Männer Gesicht zeigen!", sagt Banaszak fast schon tadelnd. Gleichzeitig gibt es eine Veranstaltung unter dem Motto "Männer gegen Gewalt", bei der explizit dazu eingeladen wird, den Vatertag – der oft mit Trinken und, leider, Grenzüberschreitungen verbunden ist – anders zu verbringen: nämlich als Zeichen der Solidarität mit FLINTA. (Dieses Kürzel steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche Menschen, Nicht-Binäre und Transpersonen.) Angemeldet sind laut Polizei grob 1.000 Teilnehmende; die Initiative ruft auf Instagram zu Respekt und Mitgefühl statt zu Alltagssexismus auf. Ob Friedrich Merz dem folgen wird? Man darf skeptisch sein, aber eigentlich geht das Thema alle etwas an.

Banaszaks Appell an die Männer, sich aktiv gegen Gewalt an Frauen zu engagieren, spiegelt ein Problem wider, das in der Gesellschaft immer noch zu stark auf den weiblichen Schultern lastet. Besonders rund um den Vatertag, an dem nicht selten problematisches Verhalten auftaucht, unterstreicht diese Initiative die Dringlichkeit, dass wirklich alle Geschlechter Verantwortung übernehmen. In aktuellen Berichten wird mehrfach darauf hingewiesen, dass Präventionsarbeit und öffentliche Zeichen gegen Männergewalt dringend notwendig bleiben, gerade weil die Zahl der von Männern verübten Gewalttaten gegen Frauen kaum rückläufig ist. Die Debatte hingegen gewinnt langsam, aber sicher an Fahrt: Bundesweit laufen Diskussionen zu Täterprävention und mehr Sichtbarkeit für männliches Engagement, wie jüngst auch aus Interviews mit Initiatoren vergleichbarer Aktionen hervorgeht.

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