WHO warnt vor drohender Stagnation im weltweiten Gesundheitsbereich

Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm: Viele Fortschritte im Bereich Gesundheit stehen auf der Kippe.

heute 20:59 Uhr | 3 mal gelesen

Eigentlich klang das in den letzten Jahren ja fast wie eine Erfolgsgeschichte: Weltweit profitieren Millionen Menschen von besserem Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und grundlegender Hygiene. Doch mit der Euphorie ist es jetzt vorbei – der aktuelle WHO-Bericht, erschienen am Mittwoch, bringt eine ganz andere Tonlage. So zeigen die Daten: Die Welt hinkt ihren selbst gesteckten Zielen deutlich hinterher. Während einige Erkrankungen wie HIV auf dem Rückzug sind – seit 2010 gab es 40% weniger Neuinfektionen – verschlechtern sich andere Statistiken wieder. Besonders bemerkenswert: In Afrika ist der Rückgang bei HIV und Tuberkulose besonders ausgeprägt, und auch in Südostasien sieht es mit Malaria gut aus, zumindest verglichen mit anderen Regionen. Dennoch, bei Malaria insgesamt geht der Trend nach oben, seit 2015 ist ein Anstieg der Fälle um 8,5% zu verzeichnen. Auch andere Herausforderungen bleiben hartnäckig: Fast ein Drittel aller Frauen im gebärfähigen Alter leidet unter Anämie – und das seit Jahren ohne nennenswerte Verbesserung. Gleichzeitig nimmt die Zahl der übergewichtigen Kinder unter fünf weiter zu (aktuell 5,5%). Und Gewalt gegen Frauen bleibt ein globales Problem: Jede vierte Frau ist davon betroffen, oft durch den eigenen Partner. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bringt es auf den Punkt: Fortschritt gibt es, klar. Doch eben längst nicht für alle. Besonders Frauen, Kinder und marginalisierte Gruppen bleiben häufig außen vor. Geld allein reicht laut WHO nicht – investiert werden müsse gezielt, etwa in widerstandsfähige Gesundheitssysteme und Datenstrukturen. Nur so könnten die Lücken endlich geschlossen werden, und Verantwortung übernommen werden.

Die WHO hebt mit ihrem aktuellen Bericht sowohl Licht- als auch Schattenseiten der globalen Gesundheitsentwicklung hervor. Während deutliche Verbesserungen – insbesondere im Zugang zu sauberem Wasser, Hygiene und einigen Behandlungsmöglichkeiten – erzielt wurden, gefährden verschiedene Rückschritte, wie der Anstieg bei Malaria oder die anhaltend hohe Prävalenz von Gewalt gegen Frauen und Kinderübergewicht, das Erreichen der Gesundheitsziele bis 2030 erheblich. Neben regionalen Unterschieden und sozialen Ungleichheiten sieht die WHO auch in der globalen Finanzierung und Organisation von Gesundheitssystemen eine zentrale Baustelle und ruft zu mehr gezielten Investitionen sowie stärkerer Rechenschaftspflicht auf. Laut neuesten Berichten von mehreren Online-Quellen steht das weltweite Fortschrittstempo durch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, Konflikte und Wirtschaftskrisen unter noch größerem Druck. Einige Fachportale und Zeitungen berichten zusätzlich, dass der Zusammenhang zwischen Klimawandel, Ernährungssicherheit und Gesundheit in aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen stärker betont wird. Außerdem gibt es Initiativen, die digitale Gesundheitslösungen als Chance für Erreichen entlegener oder benachteiligter Gruppen sehen – doch auch hier bleiben große Hürden, insbesondere bei Datenschutz und Infrastruktur.

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