Berichte von vor Ort vermitteln ein Gefühl des Wartens. Während CNN einen Insider aus dem Umfeld der iranischen Delegation zitiert, heißt es: Die anscheinend unnachgiebigen US-Forderungen seien für den Iran schlichtweg 'inakzeptabel'. Trumps Forderung nach problemlos fließendem Schiffsverkehr durch die strategisch so bedeutende Meerenge – und damit einer vollkommenen Aufgabe der iranischen Blockade – stößt bei Teheran offensichtlich auf taube Ohren. Diese hatte Iran als eine Art Gegenschlag auf die gemeinsame militärische Kampagne von Israel und den USA ergriffen. Währenddessen setzen die Vermittler aus Pakistan alles daran, die stockenden Gespräche wiederzubeleben. Auffällig diesmal: Die Vertreter beider Staaten sprechen erstmals nicht ausschließlich über Mittelsmänner miteinander. Allerdings laufen – eher hinter verschlossenen Türen – parallel Treffen von Komitees, die sich durch wirtschaftliche, atomare, militärische und rechtliche Einzelheiten wühlen. Ein Marathon der Gespräche bahnt sich an, möglicherweise gehen die Verhandlungen noch bis tief in die Nacht und werden morgen fortgesetzt. Offen bleibt, ob sich daraus mehr ergibt als eine weitere zähe Verlängerung. Man hat fast den Eindruck, als gäbe es einen unsichtbaren Stuhl am Tisch – mit all den Enttäuschungen und ungelösten Konflikten als stummen Begleiter.
Die jüngsten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran, die unter Vermittlung Pakistans in Islamabad stattfinden, treten laut mehreren Medien auf der Stelle. Zentraler Streitpunkt ist einmal mehr die Straße von Hormus: Die USA verlangen von Iran weitreichende Zugeständnisse, damit die wichtige Schifffahrtsroute wieder frei wird, doch Iran sieht darin unangemessenes Entgegenkommen. Der auffallend direkte Gesprächskanal zwischen beiden Ländern, der diesmal erstmals ohne ausschließliche Mittelsmänner geführt wird, zeigt zwar zumindest bereite Dialogbereitschaft, aber der inhaltliche Durchbruch bleibt aus. Interessanterweise kommentierte jetzt ein ehemaliger US-Diplomat in der New York Times, dass sowohl innenpolitischer Druck auf der iranischen wie auf der amerikanischen Seite die Kompromissbereitschaft zusätzlich erschwere. Darüber hinaus berichten Nachrichtenquellen wie Al Jazeera und BBC, dass regionale Verbündete zunehmend ungeduldig auf konkrete Ergebnisse drängen – auch aus Angst vor wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Verwerfungen.