Wenn bald wieder das runde Leder rollt, schaut auch die Bierbranche gespannt auf die Zapfhähne. Aber statt Hochstimmung? Eher Zurückhaltung. Eine Sprecherin des Brauer-Bundes betonte gegenüber der "Rheinischen Post", dass man zwar für das WM-Geschäft gerüstet sei, die Vergangenheit aber lehrt: Sportliche Großevents spülen nicht mehr automatisch Millionen mehr Flaschen über die Theke. Gerade schon bei der Heim-EM 2024 war die Begeisterung an der Biertheke offenbar überschaubar. Letztlich – so die Sprecherin – zählen Konsumstimmung, Wetter, und auch, ob die deutsche Elf überhaupt lange mitspielt. Besonders knifflig: Viele Spiele laufen spätabends. Immerhin, was Public Viewing betrifft, gibt es durch neue Ausnahmeregeln Planungssicherheit: Städte dürfen dank gelockerter Lärmschutzgesetze wieder zur Nachtruhe hinausfeiern – zum Beispiel, wenn die Nationalelf um 22 Uhr den Ball ins Netz jagt. Ein bisschen Hoffnung bleibt bei all den Herausforderungen aber doch.
Die deutschen Brauereien rechnen trotz Fußball-WM mit keinem eindeutigen Boom bei den Bierverkäufen – Grund dafür sind vergangene Erfahrungen, der zuweilen wechselhafte Konsumwille in der Bevölkerung und der Einfluss von Faktoren wie Wetter und sportlicher Erfolg. Hinzu kommen teils späte Spieltermine, die eher Hemmnisse darstellen könnten, auch wenn durch gelockerte Regelungen zum Lärmschutz Public Viewing zu später Stunde möglich sein wird. Neuere Berichte betonen zudem, dass der allgemeine Biermarkt weiterhin unter steigendem Preisdruck leidet und die Brauereien stärker auf Spezialbiere und neue Vertriebswege setzen müssen; außerdem fordern viele Unternehmen angesichts hoher Energiepreise staatliche Unterstützung oder steuerliche Entlastungen, wie mehrere Branchenvertreter diese Woche erneut betonten.