Mit besorgtem Blick schaut da auch die CDU auf die Entwicklung. 5.000 Soldaten weniger könnten aus Sicht von Außenpolitiker Jürgen Hardt das fragile Gleichgewicht der Abschreckung ins Wanken bringen. Es sei eine Art Misstrauensvotum gegenüber Jahrzehnten stabiler Politik – zumal amerikanische Steuerzahler nicht unerheblich für diese Sicherheitsarchitektur zahlen. Und gerade Orte wie Ramstein oder Landstuhl sind mehr als nur „Standorte“ auf einer militärischen Landkarte; sie sind Dreh- und Angelpunkte für Logistik, medizinische Versorgung und, ja, Vertrauen. Hardt hofft, dass alles noch revidierbar sei und nicht als unumkehrbare Neuausrichtung verstanden werde. Für ihn steht fest: Jetzt sollte man die Nerven behalten und Verlässlichkeit signalisieren, statt weiteren Rissen im Bündnis Vorschub zu leisten.
Die Linke hingegen sieht mehr Theater als Substanz. Sören Pellmann von den Linken meint, seit Jahren sei bekannt, dass aus deutschen Kasernen nicht immer Frieden gestiftet wird. Für ihn ist jeder abgezogene US-Soldat ein Schritt in Richtung Verfassungsfrieden. Pellmann nimmt die Regierung in die Pflicht: Sie müsse schleunigst Pläne entwickeln, wie die vom Abzug Betroffenen – immerhin Tausende von zivilen Ortskräften – nicht ins soziale Abseits rutschen. Denn Überraschungen wie diese können Regionen wirtschaftlich ziemlich auf links drehen.
Carlo Masala, Experte für Militärpolitik, lenkt den Fokus auf einen vielleicht weniger beachteten Aspekt: Mit dem Verzicht auf neue Waffensysteme (Tomahawk-Marschflugkörper und Hyperschallraketen), die eigentlich in Mainz-Kastel stationiert werden sollten, entstehe eine Lücke in der Verteidigungsfähigkeit. Und damit, so Masala, sei Russland vermutlich nicht übermäßig betrübt.
Die Diskussionen um den Abzug von US-Truppen aus Deutschland schlagen in der deutschen Politik Wellen: Während SPD und CDU Sicherheitsrisiken und strategische Einbußen befürchten, begrüßt Die Linke den Schritt als Annäherung ans Grundgesetz. Deutlich wird, dass die Bündnisfähigkeit der NATO und die militärstrategische Balance zwischen Ost und West empfindlich gestört werden könnten. Zusätzlich zur politischen Debatte geraten auch wirtschaftliche Aspekte in den Fokus, denn zahlreiche deutsche Arbeitnehmer sind von den US-Stützpunkten direkt abhängig. Neue Hintergrundberichte zeigen, dass der Schritt teils als innenpolitisches Wahlkampfmanöver in den USA interpretiert wird, während deutsche Sicherheitsexperten davor warnen, dass die Lücken, die durch fehlende US-Präsenz bei der Abschreckung russischer Aggression entstehen, kurzfristig kaum geschlossen werden können. Militärisch-soziale Analysen weisen zudem darauf hin, dass der Abzug als Chance zur stärkeren Eigenständigkeit Europas gewertet werden könnte – jedoch nicht ohne Risiken für die Stabilität im Bündnisgefüge.