Öffentliche Schuldzuweisungen seien 'kaum zielführend', findet AfD-Chefin Weidel. Ganz anders die Grünen: Deren Außenpolitikerin Deborah Düring begrüßt, dass Merz endlich bereit sei, Trump auch direkt zu kritisieren. Düring sieht darin den Auftakt für eine dringend notwendige, neue Strategie in den transatlantischen Beziehungen. Anlass ist eine Rede von Merz auf dem FAZ-Kongress vergangene Woche, in der er US-Präsident Trump dafür rügte, bei der deutschen Beteiligung im Iran-Krieg nicht das direkte Gespräch gesucht zu haben – stattdessen habe Trump die Medien genutzt. Merz kündigte an, diese Form der Kommunikation nicht länger zu akzeptieren.
Trump reagierte umgehend: Er warf Merz auf einem Wirtschaftsforum in Miami mangelnde Unterstützung vor und stellte Deutschlands Haltung zur Ukraine und dem Iran-Krieg in Frage. Sören Pellmann von der Linken zeigte sich verstimmt über Merz’ Worte und wunderte sich, ob Merz bereit gewesen wäre, deutsche Soldaten zu entsenden, hätte Trump ihn rechtzeitig eingebunden. Unterstützung hingegen kam aus Teilen der SPD: Siemtje Möller hält es für richtig, dass Deutschland nun die eigene Meinung betont – macht aber klar, dass das frühere „Werben um Trumps Wohlwollen“ nicht von Erfolg gekrönt war.
Im Bundestag ist erneut eine Kontroverse um den transatlantischen Kurs Deutschlands entbrannt. Während Oppositionsparteien den Umgang von Kanzler Merz mit US-Präsident Trump kritisieren, gehen die Meinungen zur künftigen Ausrichtung der US-Politik auseinander. Hintergrund ist eine angespannten transatlantischen Lage, die vor allem von Trumps impulsivem Führungsstil und der Unklarheit über die Position Deutschlands im Falle weiterer Konflikte beeinflusst ist. Zuletzt verstärkte Trumps Rhetorik die Unsicherheit innerhalb der EU, insbesondere in Hinblick auf die Verlässlichkeit der NATO – ein Problem, das in aktuellen Leitartikeln vielfach diskutiert wird. Deutschland steht aktuell stark unter dem Druck, mehr Führungsverantwortung in Europa zu übernehmen und sich klarer zu positionieren, besonders, da die Beziehungen zwischen Washington und Berlin immer wieder auf die Probe gestellt werden.