Kevin Warsh ist für vier Jahre zum neuen Chef der US-Notenbank Federal Reserve bestimmt worden und löst damit Jerome Powell ab – zumindest an der Spitze. Der 54-jährige Warsh bringt Erfahrung mit: Schon zwischen 2006 und 2011 war er im Leitungsgremium der Fed, außerdem ist er bis 2040 als Board-Mitglied gesetzt. Seine jüngere Vergangenheit war geprägt von Kritik an den geldpolitischen Strategien der US-Notenbank; besonders die lockere Handhabung von Inflation, Regulierungswünsche und die sich aufblähende Bilanz waren ihm ein Dorn im Auge. Seine Unterstützung für Zinssenkungen – ein Lieblingsthema Donald Trumps – sorgte für einige Unruhe, was Fragen zum Grad seiner Unabhängigkeit gegenüber dem Weißen Haus aufwirft. In seiner Antrittsrede betonte Warsh erneut, er werde ohne politische Einflussnahme agieren. Neuere Berichte aus den letzten 48 Stunden zeigen, dass die Ernennung Warshs international aufmerksam verfolgt wird, da die Erwartungen an die Entwicklung der US-Wirtschaft und die weitere Stabilität internationaler Finanzmärkte eng mit seiner Entscheidungskraft verknüpft sind. Viele Analysten sind sich unsicher, wie Warsh die Zinsfrage und die Balance von Inflation und Wachstum meistern wird. Zusätzlich wurde jüngst auf die steigende Inflation durch energiepolitische Krisen und geopolitische Spannungen – Stichwort Iran-Krieg – hingewiesen, wodurch die geldpolitische Agenda unter besonderer Beobachtung steht.