Kevin Warsh übernimmt Chefposten bei der US-Notenbank – Senat stimmt zu

Kevin Warsh, Donald Trumps Wunschkandidat, ist neuer Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve. Die Abstimmung im US-Senat brachte ihm eine knappe Mehrheit.

heute 21:28 Uhr | 3 mal gelesen

Im US-Senat gab es für Warsh 54 Ja-Stimmen, 45 Senatorinnen und Senatoren lehnten die Ernennung ab. Warsh tritt damit am Freitag die Nachfolge von Jerome Powell an, der jedoch weiterhin im Führungsgremium der Fed sitzt. Auffällig: Warsh ist kein Neuling – zwischen 2006 und 2011 saß er bereits im Board of Governors. Erst am Dienstag sicherte er sich einen Sitz für die kommenden Jahre, bis 2040, was ziemlich außergewöhnlich lang ist. In den letzten Jahren geriet Warsh mehrfach als scharfer Kritiker der viel diskutierten Notenbankpolitik in die Schlagzeilen – vor allem bei Themen wie der post-pandemischen Inflation, strikteren Regeln für Banken oder dem massiven Aufblähen der Fed-Bilanz. Interessant ist, dass Warsh – ganz im Sinne von Trump – Zinssenkungen befürwortet hat, um die Wirtschaft zu stützen. Das sorgt für Stirnrunzeln, da es die politische Unabhängigkeit der Fed infrage stellen könnte – eine Art rotes Tuch für viele Volkswirte. Warsh versicherte jedoch, er wolle unabhängig bleiben. Besonders angesichts der Teuerungswelle, die unter anderem durch den Iran-Krieg angeheizt wird, kann ein niedrigerer Leitzins schnell zur Gratwanderung werden. Unterm Strich bleibt offen, ob Warsh – der nun endgültig die Kontrolle übernimmt – die Balance zwischen Wachstum und Glaubwürdigkeit halten kann.

Kevin Warsh ist für vier Jahre zum neuen Chef der US-Notenbank Federal Reserve bestimmt worden und löst damit Jerome Powell ab – zumindest an der Spitze. Der 54-jährige Warsh bringt Erfahrung mit: Schon zwischen 2006 und 2011 war er im Leitungsgremium der Fed, außerdem ist er bis 2040 als Board-Mitglied gesetzt. Seine jüngere Vergangenheit war geprägt von Kritik an den geldpolitischen Strategien der US-Notenbank; besonders die lockere Handhabung von Inflation, Regulierungswünsche und die sich aufblähende Bilanz waren ihm ein Dorn im Auge. Seine Unterstützung für Zinssenkungen – ein Lieblingsthema Donald Trumps – sorgte für einige Unruhe, was Fragen zum Grad seiner Unabhängigkeit gegenüber dem Weißen Haus aufwirft. In seiner Antrittsrede betonte Warsh erneut, er werde ohne politische Einflussnahme agieren. Neuere Berichte aus den letzten 48 Stunden zeigen, dass die Ernennung Warshs international aufmerksam verfolgt wird, da die Erwartungen an die Entwicklung der US-Wirtschaft und die weitere Stabilität internationaler Finanzmärkte eng mit seiner Entscheidungskraft verknüpft sind. Viele Analysten sind sich unsicher, wie Warsh die Zinsfrage und die Balance von Inflation und Wachstum meistern wird. Zusätzlich wurde jüngst auf die steigende Inflation durch energiepolitische Krisen und geopolitische Spannungen – Stichwort Iran-Krieg – hingewiesen, wodurch die geldpolitische Agenda unter besonderer Beobachtung steht.

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