Die ARD hat ihre Vorauswahl für den renommierten Prix Italia getroffen und drei eigenständige Hörfunkbeiträge nominiert. Der 78. Prix Italia, ein traditionsreicher Medienpreis, findet Ende September bis Anfang Oktober 2026 im italienischen L'Aquila statt. Nominiert wurden in der Sparte Feature das rbb-Werk 'Chronik einer Abschiebung' von Maria Caroline Wölfle und Johanna Sagmeister, inszeniert von Giuseppe Maio. Für das Hörspiel-Fach wurde 'Die Erschöpften' unter Leitung und nach Text von Oliver Sturm (eine Gemeinschaftsproduktion von NDR und DLF) ausgewählt. In der Musikkategorie konkurriert 'Vier Töne gegen Stalin – Der Fall Schostakowitsch', eine Koproduktion des SWR und WDR, produziert von Malte Hemmerich und Felix Kriewald, um die Auszeichnung.
Die Vorauswahl traf eine Jury unter Vorsitz von Jona Teichmann (Deutschlandradio). Zu den weiteren Jury-Mitgliedern gehörten unter anderen Gabriela Hermer (rbb), Michael Lissek (SWR), Elena Zieser (WDR) und einige bundesweit bekannte Kritiker:innen. Organisatorisch ist der SWR federführend, betreut von Wolfgang Gushurst, dem Kulturchef des Senders. Die Einreichungen laufen zentral über das Sekretariat in Baden-Baden.
Der Prix Italia zählt seit jeher zu den wichtigsten Wettbewerben der internationalen Medienwelt. Teilnehmende sind öffentlich-rechtliche wie auch private Sendeanstalten aus rund 45 Ländern. Ausgerichtet wird der Wettbewerb traditionell von der italienischen RAI. Die Kategorie Radio war von Beginn an vertreten, Fernsehsendungen kamen erst später dazu, gefolgt von innovativen Web-Formaten ab 1998.
Die ARD nimmt mit drei Produktionen unterschiedlicher Genres am kommenden Prix Italia teil, welcher als eine der prestigeträchtigsten Veranstaltungen für Radio, TV und digitale Medien weltweit gilt. Die Jury setzte sich aus namhaften Rundfunkexperten zusammen und wählte Beiträge aus, die aktuelle gesellschaftliche und historische Themen aufgreifen – von Abschiebung, über Erschöpfungszustände, bis zu einem musikalisch-kulturhistorischen Streitfall um Dmitri Schostakowitsch. Im internationalen Feld bringen sie damit sowohl politische Brisanz als auch künstlerische Vielfalt ins Rennen. Im Internet finden sich weitere Details zum diesjährigen Auswahlprozess: So berichtete die taz über die steigende Bedeutung europäischer Medienpreise für den interkulturellen Dialog; auf dw.com wurde betont, wie internationale Auszeichnungen Innovationsdruck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausüben; und auf spiegel.de ist zu lesen, dass gerade deutsche Radioproduktionen in letzter Zeit häufig für ihre Tiefe und Experimentierfreude gelobt werden. Insgesamt spiegeln die ARD-Nominierungen eine aktive und kreative Auseinandersetzung mit Gegenwart und Zeitgeschichte wider.