Personalentscheidungen beim Bayerischen Rundfunk: Weichen für Bildung und Standort gestellt
Am Donnerstag, den 7. Mai 2026, hat der Rundfunkrat des BR wichtige Personalentscheidungen getroffen: Werner Reuß bleibt Chef des Programmbereichs Wissen und Bildung, während Dr. Hans-Martin Schmidt ab Juni 2026 die Leitung der Hauptabteilung Standortmanagement und Services übernimmt. Der bisherige Amtsinhaber, Thomas Kiermeyer, verabschiedet sich in den Ruhestand.
heute 16:00 Uhr | 2 mal gelesen
Werner Reuß – inzwischen 62 Jahre alt – führt beim Bayerischen Rundfunk bereits seit 2006 den Bereich Wissen und Bildung. Seine Handschrift spiegelt sich besonders in der Modernisierung klassischer Angebote wider: Digitale Projekte wie 'FrauenGeschichte', das YouTube-Format 'alpha Uni' oder die 'Job Challenge' haben, ehrlich gesagt, selbst Skeptiker überzeugt. Besonders bemerkenswert finde ich den beharrlichen Umbau des traditionsreichen Telekollegs zum digitalen 'kolleg24' – ein Drahtseilakt zwischen Innovation und Tradition. Unter Reuß' Federführung entstanden Redaktionen, die ein breites Themenspektrum abdecken: Von 'Wissen aktuell' über 'Medizin und Gesundheit' bis zu barrierefreien Angeboten läuft vieles über seinen Schreibtisch. Und auch bei der überregionalen Zusammenarbeit lässt sich seine Handschrift erkennen: Gemeinsam mit WDR und SWR entstand das ARD-Kompetenzcenter 'Wissen, Bildung und Schule' – ein selten wahrgenommenes, aber wohl nötiges Bündeln von Kräften in der öffentlichen Wissensvermittlung. Reuß, der den Sender praktisch von innen heraus kennt, wurde 2002 mit dem Bayerischen Fernsehpreis und später mit einem Sonderpreis beim Grimme-Preis gewürdigt. Ab 2025 ist er auch als stellvertretender Programmdirektor Kultur tätig; sein Vertrag läuft bis zur Verrentung 2030.
Dr. Hans-Martin Schmidt tritt als neuer Hauptabteilungsleiter für Standortmanagement und Services an die Stelle von Thomas Kiermeyer, der in den Ruhestand wechselt. Schmidt kennt die ARD-Landschaft aus diversen Blickwinkeln – ob Medienrecht, Strategie oder Auslandskoordination. Seine zentrale Aufgabe: Die Umwandlung des BR-Geländes am Münchner Funkhaus zum „Munich Media Hub“. Konkret: Der BR gibt ein Fünftel der Fläche ab, öffnet das Areal für Kooperationen mit Wissenschaft, Medien und Gesellschaft und will damit dem öffentlichen Dialog eine neue Bühne im Herzen Münchens geben. Klingt nach Großbaustelle, bedeutet aber vermutlich auch: neuer Wind in der Münchner Medienlandschaft. Parallel dazu verantwortet Schmidt klassische Felder wie Facility Management, Kantine und Fuhrpark – was in so einem Job nie ganz ohne Überraschungen abgeht. Schmidt bringt organisatorische Erfahrung und frische Ideen mit; seine Berufung ist zunächst bis 2031 angesetzt.
Der Bayerische Rundfunk stärkt seine Führungsriege im Zeichen der Digitalisierung und Standortentwicklung: Werner Reuß, erfahrener Mediengestalter und Innovator, bleibt für Wissen und Bildung verantwortlich und hat in den vergangenen Jahren mit Formaten wie 'alpha Uni' und dem Kompetenzcenter für Bildung einen modernen Weg eingeschlagen. Unter Führung von Dr. Hans-Martin Schmidt, mit breiter Erfahrung in der ARD und Expertise in Medienrecht, wird aus dem Münchner Funkhaus ein öffentlich nutzbarer 'Media Hub', der Wissenschaft, Kultur und Medienwelt zusammenbringt. Aktuelle Recherchen verdeutlichen: Auch andere öffentlich-rechtliche Sender schmieden verstärkt Allianzen, arbeiten an neuen Bildungsplattformen und öffnen sich zunehmend gesellschaftlichen Akteuren, um trotz schrumpfender Budgets und wachsender Konkurrenz attraktiv zu bleiben.