Mit HOCH-1 startet ADX Energy den ambitionierten Versuch, in Oberösterreich neue, relativ flache Gaslagerstätten anzuzapfen – die gesetzlichen Hürden in Sachen Bergbau- und Naturschutzrecht wurden im Vorfeld bereits genommen. Der Spatenstich erfolgte am 16. April, die Bohrtiefe lag am 6. Mai schon bei 1.367 Metern, wobei bereits bei 1.350 Metern erste Anzeichen gasführender Sandsteine zu Tage traten. Statt vorschnell abzubrechen, geht die Bohrung weiter: Sie soll auf eine neue Zieltiefe von etwa 1.550 Metern ausgedehnt werden, weil weitere gasreiche Zonen wahrscheinlich erscheinen.
Das jetzt identifizierte Reservoir basiert auf biogenem Methan, was mit Hilfe von Gesteinsproben, Messinstrumenten im Bohrloch und Analysen der Gaskonzentration fundiert bestätigt wurde. Bemerkenswert: Die Trefferlage aus der Bohrung stimmt beinahe deckungsgleich mit der Prognose der 3D-Seismik – ein Beweis für die Qualität der Vorarbeit. Schon in der kommenden Nacht will ADX die Beschaffenheit und das Förderpotenzial des Gases durch detaillierte Messungen bestimmen. Sollten diese bestätigen, was sich andeutet, wird sogleich mit der Vorbereitung auf die Fördertests begonnen.
Die Lagerstätte HOCH-1 konzentriert sich auf die sandigen miozänen Schichten der Hall-Formation, die für die Region typisch sind. Ähnliche Gasfunde in der Gegend erreichten Produktionsraten von rund 9 Millionen Kubikfuß Gas am Tag, was für österreichische Verhältnisse durchaus beachtlich ist. Insgesamt schätzt ADX das mittlere Ressourcenpotenzial des Areals auf über 8 Milliarden Kubikfuß Methan – mit einem zusätzlichen Upside von weiteren 17 Milliarden Kubikfuß.
ADX Energy, ein börsennotiertes Unternehmen, sieht sich als Pionier in Österreich für Kohlenwasserstoff-Projekte und moderne Gasspeicherlösungen, auch im Hinblick auf grünen Wasserstoff. Das Unternehmen betreibt weitere Förderstellen im Wiener Becken und bei Waldneukirchen, setzt aber gezielt auf innovative Technologien und regionale Zusammenarbeit. Viel Erfahrung, ein starker Zulieferapparat und ein langer Atem entscheiden hier über den Erfolg – mal sehen, wie sich das Frankenmarkter Erdgasfeld entwickelt.
Die Entdeckung von bedeutenden Erdgasvorkommen bei der Bohrung HOCH-1 in Frankenmarkt ist ein vielversprechendes Signal für eine mögliche Neubelebung der Gasförderung in Oberösterreich. Insbesondere die Übereinstimmung von 3D-Seismik und realem Fund verdeutlicht den technologischen Fortschritt beim Aufspüren solcher Lagerstätten, was mutmaßlich auch das Interesse an ähnlichen seichten Lagerstätten in Mitteleuropa erhöhen wird. In einem weiteren Zusammenhang muss man diese Neuigkeit allerdings kritisch betrachten: Während einerseits heimischer Gasexploration Versorgungssicherheit und Wertschöpfung zugesprochen werden, sind solche Projekte angesichts der EU-weiten Bemühungen zu mehr Klimaneutralität auch Teil einer kontroversen Debatte über nachhaltige Energieversorgung – etwa hinsichtlich Methanemissionen oder Flächenverbrauch. Laut aktueller Recherche (Stand 08. Mai 2024, 16 Uhr) gibt es zu diesem Thema kaum tagesaktuelle Detailberichte in den großen deutschen oder österreichischen Medien. Die laufende Energiewende, der Spagat zwischen Versorgungssicherheit und Klimaschutz sowie die steigenden Energiepreise sorgen dennoch regelmäßig für Diskussionen über den künftigen Energiemix, wie beispielsweise die taz in einem neuen Beitrag über den Widerstand gegen fossile Projekte in Europa hervorhebt. Die Komplexität des aktuellen Energiemarktes und die Rolle von Gas, aber auch grünger Wasserstoff, bleiben umstritten und werden vermutlich noch zahlreiche Debatten entfachen.