Henkel stellt mögliche Preisanhebungen für Verbraucher in Aussicht

Carsten Knobel, Vorstandsvorsitzender von Henkel, hält Preissteigerungen für Alltagsprodukte im nächsten Jahr für nicht ausgeschlossen.

heute 15:56 Uhr | 4 mal gelesen

Die gestiegenen Beschaffungskosten setzen auch ein Traditionsunternehmen wie Henkel unter Druck. Laut Aussage von Knobel im Gespräch mit RTL und ntv bewegen sich die Preissteigerungen im Bereich der Rohstoffe aktuell auf einem hohen Niveau, was den Konzern jährlich mit zusätzlichen Belastungen von rund 400 bis 500 Millionen Euro trifft. Als Reaktion darauf suche Henkel das Gespräch mit den Lieferanten, schaue sich die Kostenstruktur genau an und prüfe weitere Einsparpotenziale – das übliche Management unter erschwerten Bedingungen. Bereits im Industriesegment, speziell bei Klebstoffen, mussten Kunden im ersten Quartal die gestiegenen Preise akzeptieren. Beim Geschäft mit Verbrauchern will Henkel vorsichtiger vorgehen. Angesichts der angespannten finanziellen Situation vieler Haushalte, so Knobel, seien Preisanpassungen hier schwieriger und würden nur gezielt vorgenommen – zum Beispiel in Kombination mit Innovationen im Produktsortiment. Knobel betont gleichzeitig die Unsicherheit der aktuellen ökonomischen Lage: „Die Situation verändert sich momentan von Woche zu Woche.“ Daher gebe es auch keine definitive Prognose, ob und wann weitere Preiserhöhungen notwendig würden. Sollte der Kostendruck aber weiter steigen, müsse man, so der Manager, auch bei Konsumgütern letztlich preislich nachziehen – vielleicht schon 2026. Man spürt: Hier werden Abwägungen gemacht zwischen unternehmerischer Notwendigkeit und Rücksicht auf Verbraucherinteressen.

Henkel sieht sich weiterhin starken Kostenanstiegen bei Rohstoffen gegenüber, was nach Aussage von CEO Knobel die Marge merklich belastet. Das Unternehmen versucht, die Erhöhungen nicht eins zu eins an die Konsumenten durchzugeben, setzt dafür aber auf gezielte Preissteigerungen bei neuen oder verbesserten Produkten. 2026 könnten jedoch weitere Preiserhöhungen im Konsumgüterbereich folgen, sollte sich die Rohstoffsituation nicht entspannen. Ergänzung durch Recherche: In den letzten Tagen haben mehrere Medien bestätigt, dass Themen wie Preissteigerungen, Inflation und die Belastung der Verbraucher deutschlandweit weiter zunehmen. Auch Mitbewerber im Konsumgütersegment äußern sich ähnlich – ein Trend, der sich etwa bei Procter & Gamble oder Unilever beobachten lässt. Die Marktdynamik sorgt jedoch für eine gewisse Zurückhaltung, da die Preisakzeptanz bei Konsumenten sinkt und Discounter teils Marktanteile gewinnen. Zudem stehen Unternehmen wie Henkel unter zunehmendem Innovationsdruck, um Preiserhöhungen argumentieren zu können. Eine allgemeine Preissenkungswelle ist nicht in Sicht – stattdessen werden punktuelle Anpassungen mit neuen Produkteigenschaften oder Nachhaltigkeitsaspekten begründet.

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