Manchmal sind es genau diese winzigen Nuancen im Ton, die alles verraten: 'Es fehlt nur noch ein ganz kleines bisschen', ließ Ulrich Siegmund in einem Interview mit dem Sender 'Welt' durchklingen. Gedämpfte Vorfreude schwang mit, aber so richtig jubeln wollte er noch nicht – zumindest nach außen. Die Partei, betonte Siegmund, wolle ihren angeblichen Siegeszug aber nicht alleine den Fehlern und Versäumnissen der politischen Konkurrenz zuschreiben, sondern verweist auf die eigene, in seinen Worten 'gute Programmatik'. Interessanterweise schob er nach, man wolle nicht bloß von Unmut gegenüber Union und SPD profitieren, sondern eine aktiv bessere Politik machen – was das dann im Detail heißen soll, bleibt (wie so oft) eher vage. Am Rande meinte Siegmund noch, der CDU-Spitzenmann Sven Schulze sei im Prinzip eine Kopie von Friedrich Merz und setze dessen Linie in Sachsen-Anhalt fort. Die wirklichen Probleme im Land, so Siegmund, würden nach wie vor ignoriert – die anderen Parteien beschäftigten sich zu viel mit der Frage, wie man eine AfD-Regierung verhindere, statt echtes Fortschrittsdenken an den Tag zu legen.
Besonders spitz reagierte Siegmund auf die jüngste Warnung von Ex-Ministerpräsident Reiner Haseloff, wonach ein AfD-Wahlerfolg das sachsen-anhaltische Abitur abwerten würde. Für Siegmund ist das 'pure Panik', fast schon Märchenstunde – rechtlich und inhaltlich aus seiner Sicht völlig haltlos. Seine These: Vielleicht – so seine Hoffnung – würde ein AfD-geprägtes Bildungssystem sogar aufwertend wirken, weil die Partei sich angeblich besonders um Bildung kümmern wolle. Dass dies bislang nicht im Detail ausgeführt wurde, scheint ihn wenig zu stören. Bildung, so ein Kernsatz von ihm, sei und bleibe 'die wichtigste Ressource'. Diese ganze Schreckensrhetorik der Konkurrenz, meint Siegmund, signalisiere letztlich nur deren Ratlosigkeit.
Ulrich Siegmund, AfD-Kandidat in Sachsen-Anhalt, sieht seine Partei laut Umfragen kurz vor der absoluten Mehrheit und spricht selbstbewusst von historischem Wandel im Land – will jedoch offiziell noch abwarten. Er wirft anderen Parteien vor, sich mehr um eine AfD-Verhinderung als um echte Problemlösungen zu bemühen und bezeichnet Warnungen vor einer Abwertung des Abiturs bei AfD-Regierung als unbegründete Panikmache. Interessanterweise wurden die jüngsten Umfragen in Sachsen-Anhalt von mehreren Medien als Weckruf für die etablierten Parteien gewertet, die sich nun verstärkt fragen, wie sie der AfD konkreten politischen Inhalt entgegensetzen können; gesellschaftliche Organisationen und Bildungsexperten warnen indes vor tiefgreifenden Folgen für die Bildungslandschaft, falls rechte Positionen die Schulpolitik dominieren. Eine heute veröffentlichte Analyse auf mehreren großen Nachrichtenseiten zeigte zudem, wie die Polarisierung zwischen AfD und etablierten Parteien den gesellschaftlichen Diskurs zusehends verhärtet und den bürgerlichen Wahlkampf auf unerwartete neue Themenzentren (z.B. Bildung, regionale Identität, Abgrenzung gegenüber Berlin) verlagert. Das politische Klima in Sachsen-Anhalt bleibt angespannt, auch weil Unsicherheiten über programmatische Inhalte der AfD fortbestehen – viele Beobachter rechnen mit einer hitzigen Endphase des Wahlkampfs mit Hochrechnungen, die bis zuletzt schwanken könnten.