'Rape Tapes' erhält Preis für journalistische Exzellenz
Der mehrteilige Podcast 'Rape Tapes' von 11KM Stories und STRG_F (funk/NDR) hat die dunkle Seite des Internets und ein erschütterndes Missbrauchsnetzwerk ausgeleuchtet. Die Journalistinnen Isabell Beer und Isabel Ströh rekonstruieren über mehrere Episoden, wie Betroffene systematisch missbraucht und deren Leidensgeschichten nicht nur ignoriert, sondern digital verbreitet wurden. Besonders eindrücklich wird der Fall der Betroffenen 'Marlene' geschildert, bei dessen Aufdeckung die Recherche selbst zur Ermittlungsgrundlage wurde. Was als investigativer Auftrag begann, löste politische Veränderungen an oberster Stelle aus: Nun ist geplant, den bloßen Besitz solcher Missbrauchsvideos in Deutschland zu kriminalisieren – ein längst überfälliger Schritt, wie viele finden.
'Barmbek Bump – Prange vs. Rohde': Fiktive Nachbarschaft mit Herz und Humor
Unterhaltsam und ein bisschen skurril geht es in der ausgezeichneten Fiction-Produktion zu: In 'Barmbek Bump' erleben Ralf Prange und Horst Rohde ihr Alltagstheater im Hamburger Mietshaus – und nehmen sich selbst genauso wenig ernst wie ihre Nachbarn. Statt Wrestling-Talk rutscht das Duo immer wieder ab in schlagfertige Plaudereien über Treppenhäuser, Haustiere und den berühmten miefigen Hausflur. Gesprochen und entwickelt von Kult-Comedians wie Andreas Altenburg, Bjarne Mädel und Olli Dittrich – authentisch, mit Witz und ordentlich norddeutscher Trockenheit.
Die feierliche Preisverleihung stieg im großen Sendesaal des rbb in Berlin; etwa 750 Gäste waren vor Ort, Preisträger wie Zuhörer ließen sich feiern. Hörbar sind die prämierten Podcasts auf ARD Sounds.
Der NDR hat beim Deutschen Podcast Award 2026 gleich doppelt abgeräumt: 'Rape Tapes' setzte mit seiner schonungslosen Recherche neue Maßstäbe im investigativen Journalismus und kurbelte wichtige Gesetzesinitiativen zum Schutz von Opfern an. 'Barmbek Bump – Prange vs. Rohde' punktete als fiktiver Nachbarschaftspodcast mit Witz und Alltagsnähe. Der Podcastpreis wurde am 13. Mai 2026 in Berlin unter breiter Medienpräsenz verliehen. Recherche-Update: Die Diskussion um den Umgang mit sexualisierter Gewalt in digitalen Räumen bleibt aktuell, wie aktuelle Artikel von der SZ und der ZEIT berichten. Die Einführung von schärferen Gesetzen zum Besitz von Missbrauchsaufnahmen ist im politischen Prozess weiterhin Thema – laut Justizministerium könnte ein Gesetzesentwurf noch dieses Jahr vorgelegt werden. Daneben wächst die Podcast-Landschaft stetig: Laut DIE ZEIT erreichen deutsche Produktionen neue Rekordzahlen an Hörerinnen und Hörern, während Formate wie 'Barmbek Bump' zeigen, wie kreativ und lebensnah Podcasts Alltagskultur abbilden.