Laut einer Untersuchung des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, auf die sich die 'Rheinische Post' beruft, profitieren Verbraucher momentan nahezu komplett vom neuen Tankrabatt. Seit Anfang Mai seien die Spritpreise, so sagen die Zahlen, in etwa um 16 Cent pro Liter gefallen – und zwar bei allen Kraftstoffsorten. Die Grundlage der Studie: Messungen der Markttransparenzstelle. Interessant: Der Staat hatte die Energiesteuer um 14 Cent je Liter abgesenkt, in Kombination mit der Mehrwertsteuer entsprach das einer möglichen Preissenkung von rund 16,7 Cent. RWI-Energieexperte Manuel Frondel wundert sich nicht über das Ergebnis – auch schon 2022 hätten die Mineralölunternehmen die damalige Entlastung kurzzeitig an die Verbraucher weitergegeben. Er rechnet, anders als beim letzten Mal, mit einer jetzt dauerhaft weitergegebenen Vergünstigung: Die Erdölmultis wollen negative Schlagzeilen offensichtlich vermeiden und lassen ihre Profitspanne dafür eventuell lieber etwas schmelzen. Im Fokus stehen die Unternehmen gerade ohnehin – sowohl Öffentlichkeit als auch Kartellamt schauen ganz genau hin. Ein bisschen Eigenheimschutz dürfte da sicher mitspielen.
Die meisten aktuellen Berichte und Analysen bestätigen, dass der von der Bundesregierung eingeführte Tankrabatt tatsächlich fast vollständig an die Endverbraucher weitergegeben wird. Die Preisdifferenz zwischen alter und neuer Energiesteuer deckt sich mit den gemessenen Preisrückgängen an den Zapfsäulen – zumindest bislang. Trotzdem bleibt offen, wie sich die Preise in den kommenden Wochen entwickeln, vor allem wenn externe Schocks wie geopolitische Spannungen oder Rohölpreisschwankungen ins Spiel kommen. Ergänzend zeigen jüngste Diskussionen in der Politik, dass eine dauerhafte Senkung der Energiekosten umstritten bleibt, da Kritiker befürchten, die Maßnahme habe eher Symbolcharakter. Außerdem wurde mehrfach betont, dass die Mineralölkonzerne momentan besonders stark überwacht werden: Das Bundeskartellamt hat angekündigt, die weitere Entwicklung sehr genau zu beobachten.