Digitalisierungsschub auf Schienen: Glasfaser-Rückgrat für das digitale Deutschland entsteht

Oehna, Brandenburg – Was gewöhnlich klingt, ist in Wahrheit ein Ansage für die digitale Zukunft Deutschlands. In Oehna wurde heute die Schaufel zur Seite gelegt und Geschichte gemacht: Der Startpunkt für ein privat finanziertes, über 33.000 Kilometer langes Glasfaser-Backbone, das mit einer Pilotstrecke zwischen Schienentrassen beginnt.

heute 15:00 Uhr | 4 mal gelesen

Mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Brandenburg für digitale Resilienz und Geschwindigkeit einmal zum Vorzeigebeispiel avanciert? Doch genau das passiert hier zwischen Jüterbog, Falkenberg (Elster) und Wittenberge, wo Netz 33 – flankiert von der Niedax Group – den Anspruch erhebt, Sicherheit und Leistung ihrer Bit-Leitungen unter echten Langstrecken-Bedingungen zu testen. Nicht einfach Tech-Spielerei im Labor, sondern Belastungsproben unter allen Schattierungen der Wirklichkeit: von Störfällen bis Cyberattacken. Die Teststrecke, etwa 130 Kilometer lang und mit modernster Glasfasertechnologie bestückt, soll zeigen, was ein wirklich krisensicheres Netz im Alltag kann. Wer mag, darf mit seinen eigenen Anwendungen – ob Bank, Versicherer oder Hightech-Konzern – gleich mal ausprobieren, wie es sich so unter "echten Umständen“ lebt, wenn's auf jede Millisekunde ankommt. Bundesverkehrsminister Schneider lobte den privatwirtschaftlichen Mut und nannte die Initiative ein Zeichen für Unternehmergeist, das deutschlandweit Schule machen könnte. Brandenburgs Infrastrukturminister Crumbach sieht sein Bundesland als perfekten Startort: ein weitverzweigtes Schienennetz trifft auf digitalisierungswillige Verwaltung – ergibt ein ideales Testfeld. Und Bitkom-Zahlen machen deutlich, was auf dem Spiel steht: Milliardenverluste durch Cyberkriminalität in deutschen Unternehmen. Wer resilient sein will, denkt Backbone neu. Die verwendeten Glasfaserkabel – Corning ITU G.654.E – liefern mehr als 2x288 Fasern, genug Bandbreite für die großen Pläne: ein rundum stabiler, sicherer, bundesweiter Netzverbund, der im Idealfall auch dann noch Daten sendet, wenn drumherum fast alles ins Straucheln gerät. Ziel ist ein System, dessen Ringarchitektur und dichte Zugangspunkte Daten jederzeit flexibel umleiten, falls eine Leitung schlapp macht. Alles in allem geht es bei dieser Teststrecke um mehr als schnelles Internet: Es ist ein Lehrstück für digitale Eigenständigkeit, technologische Souveränität und – ein bisschen – auch um das gute Gefühl, die Kontrolle nicht aus der Hand zu geben.

Mit dem Spatenstich in Oehna beginnt die Umsetzung eines ehrgeizigen Infrastrukturprojekts, das komplett privatwirtschaftlich getragen wird: Die Netz 33 GmbH und Niedax Group errichten ein Glasfaser-Backbone der nächsten Generation, das mit seiner Teststrecke zwischen Jüterbog und Wittenberge schon jetzt unter Realbedingungen Cyber- und Krisenresistenz beweisen soll. Die unter dem internationalen Standard ITU G.654.E betriebenen Leitungen bieten nicht nur rekordverdächtige Bandbreite, sondern auch die Architektur für eine europaweit beispielhafte digitale Vernetzung mit über 10.000 Zugangspunkten und etwa 300 Ringstrukturen. Aktuelle Recherche zeigt: Das Projekt stößt auf breite Zustimmung, weil es einen neuen Ansatz markiert – privat gestemmt, staatlich flankiert – und als Blaupause für weitere Initiativen dienen könnte, die beim Ausbau kritischer Infrastrukturen nicht länger auf politische Entscheidungswege warten möchte. Digitalisierung und Datensicherheit werden durch NIS2-Richtlinie und neues KRITIS-Dachgesetz zudem als Staatsaufgabe definiert. Die niedaxgetriebene Teststrecke verschärft den Wettbewerb um schnelle, verlässliche Datenübertragungen – und setzt Standards, an denen sich andere orientieren. In aktuellen Medien stößt insbesondere die Resilienzkomponente auf Interesse, weil Angriffe auf digitale Infrastruktur zuletzt stark zugenommen haben und viele Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen ihre Verwundbarkeit erkannt haben.

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