„BRAVO“: Das Magazin, das einst die Jugendkultur bestimmte – jetzt als ARD-Doku neu entdeckt

Millionen Jugendliche in Deutschland wurden mit der BRAVO groß – Stars, Poster, Dr. Sommer und jede Menge Idole prägten mehr als nur pubertierende Zimmerwände. Ab dem 23. Mai widmet sich die ARD-Mediathek mit „BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz“ dieser außergewöhnlichen Pop- und Mediengeschichte, lange bevor es Instagram überhaupt gab.

heute 12:22 Uhr | 3 mal gelesen

Irgendwie kennt sie jeder – die BRAVO. Für manche war sie der wichtigste Begleiter durch die Wirrungen der Teenager-Jahre. Jasmin Wagner, besser bekannt als Blümchen, bringt es auf den Punkt: „Wer nicht in der BRAVO war, existierte für viele gar nicht.“ Neben Wagner kommen in der neuen ARD-Dokuserie zahlreiche Stars wie Eko Fresh oder Oli P. zu Wort und erzählen, wie das Magazin Einfluss auf Karrieren, Selbstbilder und das Lebensgefühl einer ganzen Generation nahm. Oli P. verbindet damit sowas wie analoges Social Media – nur eben, dass man sich auf das nächste Heft immer eine ganze Woche lang freuen musste. Aber auch weniger glänzende Seiten kommen zur Sprache: Der frühere Chefredakteur Alex Gernandt und Dr. Sommer-Redakteurin Jutta Stiehler erzählen von Druck durch Inszenierungen, der Gratwanderung zwischen Aufklärung und Voyeurismus – und einer Medienmacht, die Stars erschuf, aber auch abstürzen ließ. Am Ende wird klar: Aus dem Monopol für Herzen und Köpfe mit 1,5 Millionen Heften pro Woche wurde eine Marke unter vielen – und doch lebt der BRAVO-Spirit bis heute weiter, nur digitaler. BRAVO war Leitmedium, Posterlieferant, Tabubrecher und Stil-Ratgeber – ein Stück Popkultur, das jetzt kritisch und persönlich im TV (wieder-)entdeckt werden kann.

Die ARD widmet sich dem popkulturellen Phänomen BRAVO in einer dreiteiligen Dokuserie, die ab dem 23. Mai gestreamt werden kann. Stars wie Jasmin Wagner und Oli P. machen deutlich, wie sehr das Magazin Identität, Gemeinschaft und Träume geprägt hat. Die Doku zeigt aber auch die Schattenseiten der publizistischen Macht, von Voyeurismus bis Rollenklischees – und fragt, was davon im digitalen Zeitalter weiterlebt. Laut Süddeutscher Zeitung und Der Spiegel gewinnt der BRAVO-Nostalgie-Hype durch die Doku aktuell wieder an Fahrt; Expert*innen diskutieren kontrovers über das Frauenbild des Magazins und wie die Generation Instagram heute damit umgeht. Außerdem wurde zuletzt bekannt, dass das Heft – trotz Online-Konkurrenz – für viele junge Menschen wieder relevanter wird, weil klassische Medien einen Authentizitäts-Boom erleben. Spannend ist auch die Diskussion auf ZEIT Online über den Wandel der Sexualaufklärung seit Dr. Sommer und wie auf TikTok ähnliche Formate neue Zielgruppen erreichen.

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