Zugegeben, manchmal kommen die Zahlen wie ein Feuerwerk: 139 internationale Medaillen aus Olympia, Paralympics, WM und EM, 2,24 Millionen Euro flossen an rund 700 Wintersportlerinnen und Wintersportler – das liest sich fast wie ein perfekter Winter für den deutschen Sport. Aber hinter all dem Jubel mischt sich spürbar die Erkenntnis: Vieles läuft, doch der Weg an die Spitze bleibt oft ein steiniger, und manches Potenzial bleibt liegen. Max Hartung, der die Sporthilfe als Sprecher vertritt, gratuliert zwar enthusiastisch, spart aber kritische Untertöne nicht aus. Gerade das Fazit – es geht noch mehr – zieht sich wie ein roter Faden durch die Berliner Veranstaltung. Nicht nur er sieht die Ergebnisse als einen Auftrag: Eine Gesellschaft, die Spitzenleistungen fordert, muss auch liefern – und zwar nicht nur Applaus. Auch Sport-Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein betont die Bedeutung von gezielter Unterstützung und sieht in Disziplin, Teamgeist und Mut die Werte, die der Sport mitbringt und die „unser Land“ prägen sollen. Zu kurz kommt im Rampenlicht aber noch die Vielfalt der Disziplinen – was nicht nur Katarina Witt kritisiert.
Die Eiskunstlauf-Ikone appelliert für mehr Wertschätzung quer durch die Gesellschaft und erinnert daran, dass Vorbilder heute nötiger wären denn je. Rennrodel-Olympiasiegerin Dajana Eitberger wiederum spricht offen darüber, wie entscheidend die Sporthilfe für sie war – nicht bloß bei Triumphen, sondern auch beim Abschied und der beruflichen Neuorientierung. Und dann ist da noch Felix Schrader, der paralympische Eishockey-Held: Stolz auf seine Tore, aber genervt über nur eine offizielle Eiszeit pro Woche für sein Team – für internationalen Erfolg eigentlich ein Unding. All das steht für eine glaubhafte, fast schon typische Mischung aus Erfolgsstolz und Kritik an den Rahmenbedingungen. Wenn die Sporthilfe jetzt noch einmal Nachdruck fordert, klingt das also weniger nach Verwaltungssprache, sondern nach echtem, aus Sportlerperspektive geborenen Aufruf: Förderer, Gesellschaft, Politik – alle sind gefragt, damit nicht „mehr möglich“ nur eine Floskel bleibt.
Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat gemeinsam mit der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt den Leistungsbericht der Wintersaison 2025/2026 vorgestellt: Deutsche Athletinnen und Athleten holten 139 internationale Medaillen und erhielten insgesamt 2,24 Mio. Euro Förderung. Trotz dieser Erfolge fordern Verantwortliche und Sportler:innen verstärkt gezielte Förderung, verbesserte Rahmenbedingungen und mehr gesellschaftliche Anerkennung, insbesondere für junge und paralympische Talente. Neueste Recherchen zeigen zudem, dass die Bundesregierung über die angekündigten Fördermaßnahmen hinaus Weiterentwicklungen plant, darunter Modernisierungen der Infrastruktur und neue Bildungsangebote für den Nachwuchs; noch im Juni wurde ein weiteres Investitionspaket für olympische und paralympische Trainingsstützpunkte beschlossen, während Verbände weiterhin Nachholbedarf insbesondere bei der Digitalisierung und Diversität im Sport anmelden. Besonderes Augenmerk in aktuellen Debatten liegt auf der Sichtbarkeit weiblicher und paralympischer Athletinnen, für die gezielte Programme zur Förderung und Medialisierung angekündigt wurden.