Wer schon mal während einer Sanierung gewohnt hat, weiß: Es ist eine Herausforderung, die irgendwann schon fast den Charme einer Dauerbaustelle entwickelt. Genau das wagt die Salzburg Wohnbau – und setzt für die älteren Bewohner des Hauses auf lösungsorientierte Improvisation. Denn sie renoviert Schritt für Schritt, wobei niemand ausziehen muss. Immer vier Wohnungen werden gleichzeitig überarbeitet, und falls das eigene Bad gerade nicht nutzbar ist, stehen Alternativen in einer leeren Wohnung bereit. Notfalls hilft das benachbarte Seniorenheim kurzfristig aus – klingt vielleicht nach Flickwerk, ist aber praktisch gedacht.
Besonders Augenmerk legen die Verantwortlichen auf Bäder. Badewannen raus, Duschen mit klappbaren Sitzen rein: Das ist kein Luxus, sondern schlicht überfälliger Pragmatismus, der viele alltägliche Hürden nimmt. Bürgermeister Hasenöhrl betont, wie wichtig genau diese Anpassungen sind – und dass die Rücksicht auf die Lebensrealität der Bewohner sichtbar wird. Geschäftsführer Thomas Maierhofer wiederum, augenzwinkernd vielleicht, nennt die Modernisierung alter Häuser mittlerweile genauso wichtig wie Neubauten. Wohnkomfort, Barrierefreiheit und auch der Energieverbrauch sind ihm mindestens genauso wichtig wie frische Farbe an den Wänden.
Es geht aber nicht nur um Komfort in der Wohnung. Die Fassaden werden mit dicken Dämmplatten eingepackt, Fenster und Türen ausgetauscht, das Dach neu gemacht – inklusive Photovoltaikanlage, versteht sich. Selbst die Balkone werden nicht vergessen. 1,5 Millionen Euro kostet das Ganze, aber laut den Verantwortlichen müssen die Bewohnerinnen und Bewohner dafür keine Mieterhöhung befürchten – ein Punkt, der bei vielen sicherlich für Erleichterung sorgt. Sicher auch, weil die Gemeinde eng mitmischt, was die Zusammenarbeit deutlich entspannt.
Insgesamt hat das Vorhaben handfeste Symbolkraft: Altbewährtes weiterzuentwickeln, ohne jemanden zu vergraulen oder zu überfordern. Das ist wohltuend unaufgeregt und könnte durchaus Schule machen.
Kurz gesagt: Die Sanierung in Wals-Siezenheim zeigt, dass altersgerechtes Wohnen nicht beim Neubau anfängt, sondern mitten im Leben – und im Bestand – weitergeht. Die Bewohner bleiben während aller Phasen in ihrem Zuhause, wobei gezielt unser Alltag erleichtert und der Energieverbrauch gesenkt wird. Die schnelle Recherche zum Thema bestätigt: Angesichts steigender Energiekosten und demografischer Entwicklung rücken Sanierungen alter Gebäude, speziell für ältere Menschen, in vielen Regionen Europas in den Fokus vieler Wohnungsunternehmen und Kommunen. Jüngste Berichte von z. B. der taz und der Zeit betonen, wie wichtig Barrierefreiheit und energetische Modernisierung als Maßnahme gegen soziale Vereinsamung und Armut im Alter geworden sind. Viele Kommunen investieren deshalb verstärkt in den Bestand, um Menschen möglichst lange ihr Zuhause zu sichern und gleichzeitig Klimaauflagen zu erfüllen. Überall taucht dabei das Problem der Finanzierung auf – hier aber scheint eine bunte Mischung aus behutsamem Umbau, Kooperation mit der Gemeinde und kluger Planung zu funktionieren. Noch ein neuer Gedanke, der in aktuellen Artikeln mitschwingt: Solche Sanierungen sind nicht nur reine Bauprojekte, sondern können als Chance für mehr Gemeinschaft, Teilhabe und Lebensqualität im Quartier verstanden werden.