Die Skepsis gegenüber Pahlavis Visite äußerten zahlreiche Vereine, die unterschiedliche Gruppen in der iranischen Diaspora vertreten – vor allem kurdische, aber auch viele andere Gemeinden. Besonders iranisch-kurdische Organisationen erinnern an die blutigen Repressionswellen, die während der Herrschaft des Schahs und seines Vaters über ihr Volk hinwegrollten. Vermittelt wird das Bild eines Mannes, dessen Ansichten und Verhalten diametral zu den demokratischen Zielen vieler Iraner stehen – Ziele, wie Menschenrechte und ein friedliches Miteinander der Ethnien im Land. Ihre Kritik gewinnt an Gewicht durch die historische Last: Pahlavi verdankt seinen Namen, so die Vertreter, einzig und allein dem systematisch repressiven Regime seines Vaters. Diese Diktatur, gestützt unter anderem durch die gefürchtete Geheimpolizei SAVAK, sei für Folter, Mord an Gegnern und die jahrzehntelange Unterdrückung der Bevölkerung verantwortlich, bis sie 1979 durch eine Volksrevolte hinweggefegt wurde. Hossein Yaghoubi, der Vorsitzende des Vereins Deutsch-Iraner, äußert sich dazu beinahe entwaffnend offen: "Noch letzte Woche in Schweden sprach er voller Stolz von der harten Bilanz seines Vaters. Ausgerechnet Berlin, das selbst leidvolle Erfahrungen mit SAVAK-Übergriffen 1967 machen musste?" Gemeint ist jener Tag im Juni, an dem SAVAK-Agenten bei einer Demonstration iranischer und deutscher Studenten auf offener Straße mit brutaler Gewalt vorgingen – ein Ereignis, das bis heute nachhallt. Weiterer Zündstoff: Reza Pahlavi soll mehrfach offen für einen Krieg gegen Iran plädiert und Angriffe auf die Infrastruktur des Landes befürwortet haben – Aussagen, die viele Iraner, aber auch westliche Beobachter irritieren. Auch der Vorwurf, enge Kontakte zu führenden Köpfen der Revolutionsgarden (IRGC) zu pflegen – jener Organisation, die in der EU als Terrorgruppe gilt –, steht im Raum. Reza Pahlavi, so fasst Sania Kohansal, Sprecherin der "Jungen Stimmen", zusammen, stehe für Spaltung und bringe keinen Fortschritt für Freiheit oder Demokratie – weder im Iran noch für Exil-Iraner. Nicht zuletzt fordern die Gemeinschaften: Wer ernsthaft für eine demokratische Zukunft im Iran steht, sollte keinen Schulterschluss mit jemandem suchen, der an autoritäre Traditionen anknüpft – zumal bei den Massendemonstrationen auch in diesem Jahr Slogans wie "Nieder mit jedem Unterdrücker – ob Schah oder Klerus" zu hören waren. Pahlavis jüngste Auslandsreisen nach Schweden und Italien wurden, kaum überraschend, von vielen Organisationen und Persönlichkeiten mit derselben Deutlichkeit abgelehnt.
Deutsch-iranische Organisationen in Deutschland kritisieren den geplanten Berlin-Besuch von Reza Pahlavi scharf und warnen vor einer Zusammenarbeit oder positiven öffentlichen Wahrnehmung durch deutsche Politiker. Im Zentrum der Kritik stehen Pahlavis fehlende Distanz zur autoritären Vergangenheit seiner Familie, umstrittene Äußerungen zu Krieg und Kontakten zu den Revolutionsgarden sowie Bedenken, er könne die demokratischen und pluralistischen Hoffnungen iranischer Bürger verraten. Inzwischen hat sich das Bündnis mit anderen Exil-Iranern europaweit vernetzt und fordert internationale Solidarität für eine Republik Iran, die Menschenrechte respektiert und ethnische Vielfalt anerkennt – aktuelle Medienberichte bestätigen, dass der Protest gegen Pahlavis Auftritte in mehreren europäischen Städten weiterhin groß bleibt.