Wie klingt ein Abschied, wenn er nach Bier und Herzblut riecht? Die Toten Hosen schließen ein Kapitel ihrer Bandgeschichte: Zur Produktion ihres letzten Albums ziehen Campino & Co. sich für einige karge Monate in eine Art Jugendherberge zurück und lassen ein letztes Mal all ihre musikalische Rauigkeit aufkochen. Der Filmemacher Eric Friedler durfte sie in dieser Zeit begleiten – und zwar ganz ohne Filter. Zwei Jahre lang hat er festgehalten, wie Songs wachsen, wie Euphorie und Frust sich abwechseln. Kaum etwas bleibt unverhüllt: Unzählige Versuche, blankes Scheitern, das Gefühl, bei null zu starten, wie Breiti betont. Erstaunlich ehrlich: Auch politische Streitfragen und der Drang nach Haltung sind – fast stoisch – Teil der Gespräche. Die großen Fragen, die Campino stellt, klingen nach melancholischer Nachdenklichkeit: Wie vollendet man so eine Geschichte mit Haltung und Würde? Für Kuddel ein schwieriger Gedanke, dieses letzte Kapitel aus freien Stücken zu schließen – lieber hätte er noch eins drangehängt. Aber auch zwischen großen Gefühlen gibt’s handfestes Gerangel: Freundschaft drückt sich eben oft im Widerwort aus – keine glattgebügelte Doku, sondern ein spröder, ehrlicher Blick hinter die Musik. Der Film zeigt außerdem Tourmomente voller Spannung und Abschiedsstimmung. Man spürt zwischen den Zeilen: Jedes Konzert könnte das letzte sein. Premiere gibt’s bereits am 19. Mai in ausgewählten Kinos, ab 20. Mai dann im Stream, am 23. Mai kurz vorm Mitternachtsfieber nach dem DFB-Pokalfinale im TV.
Die neue Doku 'Die Toten Hosen – Das letzte Album' begleitet die Band bei der emotionalen Entstehung ihrer finalen Platte – umgeben von intensiver Studioarbeit, alten Freundschaften und dem unweigerlichen Abschied. Regisseur Eric Friedler bietet einen rohen, nie dagewesenen Zugang zum kreativen Alltag der Düsseldorfer Punk-Legenden. Thematisiert werden nicht nur musikalische Prozesse, sondern auch politische Reflexion, interne Konflikte und das schwierige Verabschieden der eigenen Geschichte. Hinzu kommt, dass die Band recht offen über Zweifel und das Altern spricht, was der Dokumentation eine besondere Tiefe verleiht.
Nach Recherche aktueller Medien: Die Band stand immer für politische Haltung – so nimmt sie auch aktuell klar Stellung gegen Rechts, etwa auf Konzerten oder in Interviews. Die Doku verspricht, dieses Erbe und die Bedeutung der Hosen für die deutschsprachige Musiklandschaft in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Zudem nutzen Die Toten Hosen ihren Abschied als Moment für ein Statement, das weit über Nostalgie hinausgeht: Für sie ist Kunst immer auch Haltung, und das spiegelt sich in der Doku sichtbar wider.