Philipp Amthor spricht offen über Korruptionsaffäre und Selbstbild in TV-Interview

Wenn Philipp Amthor vor die Kameras tritt, wird es selten langweilig – so auch diesmal im ARD-Gespräch mit Markus Feldenkirchen. Neben persönlicheren Fragen geht es unerwartet schonungslos um frühere Fehler und Versäumnisse des CDU-Politikers. Das TV-Format verspricht eine Mischung aus Selbsterkenntnis, Politik und überraschend klaren Statements.

heute 12:34 Uhr | 5 mal gelesen

Der Lobbyismus-Skandal um Philipp Amthor: Eine persönliche Abrechnung

Im ausführlichen Schlagabtausch mit Markus Feldenkirchen wagt sich Philipp Amthor auf unbekannt offenes Terrain. Thema Nummer eins: Seine frühere Nebentätigkeit für Augustus Intelligence – ein Kapitel, das ihm sichtbar schwer im Magen liegt. 2020 kam ans Licht, dass Amthor auf verschiedenen Wegen Lobbyarbeit für das Start-up leistete, unter anderem per Brief an Wirtschaftsminister Altmaier. Ohne Ausflüchte räumt Amthor ein: "Politisches Handeln darf sich niemals nur am Gesetz orientieren – auch der moralische Kompass entscheidet. Und genau da lag ich grundfalsch."

Amthor ringt öffentlich um Worte, nimmt aber kein Blatt vor den Mund: "Die Zusammenarbeit mit Augustus Intelligence – im Rückblick war das für mich ein krasser Fehltritt. Ich wünschte, ich hätte nie diesen Brief verfasst, und diese Nebenjobs würde ich heute komplett ausschlagen."

Die Affäre hat Spuren hinterlassen; das ist spürbar. "Mir wurde klar: Schon der Anschein von Interessenkonflikten kann das Vertrauen in Abgeordnete nachhaltig erschüttern. Integrität sollte unantastbar bleiben, also halte ich seitdem Abstand zu Nebenjobs – solche Fehler möchte ich nicht wiederholen," erklärt Amthor im Interview.

Selbstverständnis und Feminismus: Amthors vorsichtiger Spagat

Markus Feldenkirchen fragt unverblümt, ob Amthor sich als Feminist bezeichnen würde. Der antwortet überraschend: "Eigentlich sollte das für Männer selbstverständlich sein. Es geht doch letztlich um eine gerechte, ausgewogene Gesellschaft – ein Anliegen, das nicht auf eine politische Richtung beschränkt sein sollte."

Die Sendung "Konfrontation: Markus Feldenkirchen trifft Philipp Amthor" läuft am Montag, 20. April, um 22:50 Uhr im Ersten – und ist bereits vorher ab 17:00 Uhr in der ARD Mediathek zu finden.

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Original-Quelle: WDR, übermittelt durch news aktuell

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Philipp Amthor hat in der ARD-Sendung ungewöhnlich offen Fehler bei seinem Umgang mit dem Start-up Augustus Intelligence eingeräumt und die Notwendigkeit eines moralischen Kompasses für Politiker hervorgehoben. Er unterstreicht, wie wichtig Integrität im Politbetrieb sei, und will künftig strikt auf Interessenkonflikte achten. Darüber hinaus verteidigt Amthor die Bedeutung von Gleichberechtigung und positioniert sich pointiert im gesellschaftlichen Diskurs – ein seltener Moment der Selbstreflexion im deutschen Politikbetrieb. Aktuelle Medienberichte unterstreichen, dass das Thema Lobbyismus und Nebentätigkeiten weiterhin die öffentliche Debatte bestimmt, insbesondere nachdem in den letzten Wochen neue Kontrollmechanismen in der CDU diskutiert werden. Auch andere Politiker wie Andreas Jung (CDU) sprechen sich jetzt für schärfere Regeln zur Nebentätigkeit im Bundestag aus, wie diverse Medien berichten. Zudem wurden Transparenzregeln für Nebeneinkünfte verschärft, ein Thema, das laut "Spiegel" und "Süddeutsche" weiterhin im Mittelpunkt parlamentarischer Auseinandersetzungen steht.

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