Der Rücktritt von John Healey als Verteidigungsminister Großbritanniens kommt in einer Zeit, in der die Debatte um die Verteidigungsausgaben angesichts internationaler Spannungen besonders hitzig geführt wird. Besonders vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine, der zunehmenden Spannungen im Indopazifik sowie der Herausforderungen durch Cyberangriffe und hybride Kriegsführung geraten die Streitkräfte vieler westlicher Staaten unter Druck, ihre Kapazitäten und Ausstattungen zu modernisieren. Healeys Entscheidung verdeutlicht ein grundlegendes Dilemma: Einerseits zeigen Berichte der letzten Wochen, wie hoch der Investitionsbedarf im britischen Militär ist; andererseits legt die Regierung weiterhin einen Sparkurs auf – ein Thema, das auch in Großbritannien heftig diskutiert wird. Interessant ist, dass laut einem aktuellen Bericht des Institute for Fiscal Studies der Verteidigungsstaat nach wie vor auf Vorkrisenniveau dümpelt (https://www.ifs.org.uk). Premier Starmer steht nun vor der Aufgabe, einen Nachfolger zu finden, der in dieser schwierigen Gemengelage neue Impulse setzt – oder unter ähnlichen Restriktionen erneut streitet.