Gibt es noch die echten Metzgerpersönlichkeiten – mit Schürze, scharfem Messer und dem Blick fürs Detail? Nun, in Wien beweisen Denis und Dejan das gerade, und zwar unter dem Namen Crazy Butcher. Über 30 Jahre vereintes Know-how bringen die beiden auf die Waage, nachdem sie vom ersten Lehrling bis zur Filialleitung jeden Knochen im Betrieb kennengelernt haben. Ihr Traum: nicht nur Fleisch schneiden, sondern ein Fleischerlebnis schaffen, das Tradition mit Innovation mischt. Das Sortiment klingt – vorsichtig gesagt – alles andere als Standard: Cevapcici, Pljeskavica, Dry-Aged Beef und die eigene Beratung für Menschen, die ihre Wurst noch per Handschlag kaufen möchten. Doch wie finanziert man so eine Vision? Hier kamen die WKBG und die Raiffeisenbank Mödling ins Spiel. Sie ermöglichten den Sprung von Wien nach Linz. Nicht nur Geld, sondern ein Netzwerk, Beratung und unbürokratische Hilfe. Das Team um Norbert Dimpfl schaut den beiden nicht nur aufs Konto, sondern auch auf die Hände – und bleibt als Sparringspartner aktiv. Jetzt, mit dem neuen Standort direkt am Linzer Südbahnhofmarkt, zeigt sich, wie handwerkliche Wurzeln und wache Unternehmergeister zu einer neuen Lokalgröße werden können. Und trotzdem bleibt ihr Herz weiterhin in Wien, wo schon nächste Schritte geplant sind. Noch sind Denis und Dejan keine Franchise-Imperatoren. Aber die Mischung aus Mut, Branchenverstand und regionalen Spezialitäten macht Hoffnung. Wer weiß, vielleicht müssen andere Städte schon bald bereit sein für einen verrückten Metzger mit solider Klinge.
Crazy Butcher, 2022 von Denis und Dejan in Wien gegründet, steht für eine moderne und regionale Fleischerei, die tief im traditionellen Handwerk verwurzelt ist. Das Angebot reicht von klassischen Fleischwaren über internationale Spezialitäten bis zu Dry-Aged Beef. Mit Unterstützung der WKBG und der Raiffeisenbank Mödling expandierte Crazy Butcher erfolgreich nach Linz und plant bereits weitere neue Standorte. Laut dem aktuellen Trend erleben kleine, handwerklich geführte Betriebe in der Fleischbranche ein Revival, insbesondere wenn sie Regionalität und Individualität bieten. Nach Recherchen (u.a. auf taz.de und sueddeutsche.de) steigt die Nachfrage nach alternativen und nachhaltigen Fleischkonzepten, während gleichzeitig die klassischen Ketten unter Konsumwandel leiden. Darüber hinaus unterstreicht der aktuelle wirtschaftliche Kontext die Wichtigkeit von unterstützenden Finanzierungspartnern für Start-ups und Mittelständler – insbesondere bei traditionell verankerten Geschäftsmodellen, die einen Spagat zwischen Innovation und Bewahrung schaffen.