Aylin Tezel kritisiert Schönfärberei toxischer Romanzen im neuen Drama

Aylin Tezel spricht sich entschieden gegen die Verklärung problematischer Liebesverhältnisse im Dark-Romance-Genre aus und distanziert sich auch mit ihrer Rolle im Film „Serial Cleaner“ klar davon. Sie blickt zudem reflektiert auf ihre Zeit beim 'Tatort' und ihren gelassenen Abgang zurück.

heute 18:30 Uhr | 2 mal gelesen

Aylin Tezel begibt sich in ein Terrain, das viel diskutiert wird: düstere Liebesgeschichten an der Grenze zum Verstörenden. Schon nach wenigen Minuten im Gespräch spürt man, wie sehr ihr daran liegt, toxische Beziehungsmodelle nicht zur blumigen Fantasie zu machen.

Dark Romance: Eine Gratwanderung

"Es wird heikel, sobald diese zerstörerischen Beziehungen als erstrebenswert inszeniert werden", sagt sie. Das Genre habe einen Hang, mit Klischees und Grenzüberschreitungen zu jonglieren – manchmal vielleicht etwas zu leichtfüßig.

Für Tezel ist entscheidend, wie Geschichten eingebettet sind: Werden destruktive Muster als gegeben hingenommen? Für sie ganz klar: Es braucht Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit solchen Storylines – und darin steckt auch Selbstkritik, wie sie zugibt.

Tezels Rolle in "Serial Cleaner"

Nun ist sie mittendrin in einer komplexen Handlung: Als Teri, Mutter am Limit, ringt sie nicht nur um das Überleben ihrer Tochter, sondern auch mit moralischen Abgründen. Eine Frau, die sich aus purer Not auf einen Pakt mit dem sprichwörtlichen Teufel einlässt – sie säubert Tatorte, um an Geld für die notwendige medizinische Behandlung zu kommen.

Die Dynamik zwischen ihr und Vincent, ihrem Arbeitgeber, ist gefährlich und vieldeutig. Tezel hebt hervor, dass der Film keine kitschige Lovestory daraus strickt, sondern den Sog existenzieller Bedrohung zeigt. Es geht – und das merkt man zwischen den Zeilen – um Grautöne, nicht um Schwarz-Weiß-Malerei.

Der Weg nach dem "Tatort"

Ihre Ära als Kommissarin im "Tatort" ist vorbei. Statt Wehmut spricht aus ihr Neugierde: „Es war der richtige Moment aufzubrechen,“ sagt sie, beinahe nonchalant. Das große Krimipublikum hat ihr Sichtbarkeit verschafft, aber sie wollte mehr ausprobieren – auch hinter der Kamera und am Schreibpult.

Quasi im Vorbeigehen erwähnt sie, wie ungeplant der Wandel kam. Frei nach dem Motto: Wer weiß schon, wohin es einen wirklich verschlägt?

Dark Romance im Zeitgeist

Es passt zur aktuellen Debatte: Immer mehr Bücher, Serien oder Filme fragen, wo die Linie zwischen Thrill und moralischem Schlamm liegt. Tezel bezieht Stellung – und ist dabei keineswegs entspannt, wenn es um mögliche Vorbilder geht.

Gerade bei jungen Zuschauer*innen sieht sie die Gefahr, dass das Unerreichbare und Unheilvolle mit Sehnsucht verwechselt wird. Sie fordert, dass das Publikum befähigt werden muss, zwischen filmischer Fiktion und realer Gefahr zu unterscheiden.

"Serial Cleaner" im Fokus

Auch im neuen Film entscheidet die Inszenierung: Die Beziehung ihrer Figur zu Vincent ist Teil der Handlung, aber kein Sehnsuchtsziel. Im Zentrum stehen Überlebenswille und die verzweifelte Liebe einer Mutter – nicht das Glorifizieren von Machtspielen.

Wachsamkeit bei Drehbuch und Umsetzung

Tezel macht klar: Selbst Zwischentöne verlangen Verantwortung. Kunst darf alles, aber nicht alles ist Kunst, wenn dabei gefährliche Ideale reproduziert werden. Aus dieser Diskussion ziehen Filmschaffende und Zuschauer vielleicht ganz unterschiedliche Schlüsse – aber die Debatte ist wichtiger denn je.

Aylin Tezel, bekannt aus dem „Tatort“, nutzt ihre neue Rolle im Film „Serial Cleaner“, um die Debatte um Dark-Romance-Geschichten weiter anzufachen. Sie kritisiert, dass toxische Beziehungen keineswegs romantisiert werden dürften – eine Position, die sie sich auch bei aktuellen deutschen Produktionen wünscht. In Interviews betont sie, dass insbesondere bei jungen Menschen Vorsicht geboten sei, falsche Ideale zu vermitteln.

Erweiterte Perspektiven aus aktuellen Medienberichten

Nach aktuellen Medienberichten erregt das Thema toxischer Beziehungsideale in Filmen und Serien weiterhin öffentliches Interesse, etwa angefacht durch die Netflix-Serie „Baby Reindeer“, die weltweit für heftige Diskussionen sorgt (Quelle: FAZ.net). Viele Produktionsfirmen in Deutschland setzen sich inzwischen vermehrt mit der gesellschaftlichen Verantwortung auseinander, problematische Rollenbilder zu reflektieren (Quelle: Spiegel.de). Gleichzeitig sieht man einen Trend, dass Schauspieler*innen wie Aylin Tezel ihre Kritik gezielt nutzen, um sich für differenzierte und empowernde Erzählungen stark zu machen (Quelle: taz.de).

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