Live-Talk mit Caren Miosga: Demokratie im Stresstest – am Sonntag, 15. März 2026, 21:45 Uhr

München – 'Haben wir noch Vertrauen in unsere Demokratie, Herr Gauck?' – Diese wie auch andere grundsätzliche Fragen stehen im Mittelpunkt der Sendung mit Caren Miosga.

heute 12:46 Uhr | 2 mal gelesen

Demokratie erscheint in Deutschland nach wie vor als Konsens – zumindest, wenn man gängigen Umfragen Glauben schenkt. Dennoch: Angesichts globaler Konflikte, Wirtschaftssorgen und spürbarer gesellschaftlicher Gräben werden Zweifel lauter. Viele Menschen wünschen sich offenbar schnelle, glasklare Lösungen, wo die Welt doch komplexer und diffuser wird. Da fragt man sich fast zwangsläufig, ob unser demokratischer Apparat, der oft schwerfällig anmutet, da überhaupt mithalten kann. Es steht die Frage im Raum: Wo steht Deutschland aktuell, politisch und gesellschaftlich, und wie kann das Vertrauen in „die Demokratie“ gestärkt werden? Und nicht zuletzt – wie positioniert sich unser Land angesichts verschiebender weltpolitischer Machtverhältnisse? Zu Gast sind unter anderem der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, die Unternehmerin Julia Jäkel (Mitinitiatorin der „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“) sowie der Schriftsteller Lukas Rietzschel. Sie diskutieren live, was sich ändern muss und was Hoffnung macht. Die Redaktion liegt beim NDR (Bianca Leitner), produziert wird die Sendung von MIO media im ARD-Auftrag. Ansprechpartner für Presseanfragen sind weiterhin Dr. Lars Jacob (ARD-Programmdirektion) und Stephan Clausen (Caren Miosga-Team). Hochauflösendes Fotomaterial und weitere Informationen unter www.ard-foto.de.

Das Format mit Caren Miosga greift erneut aktuelle Irritationen im gesellschaftlichen Diskurs rund um Demokratie auf – diesmal mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, der dafür bekannt ist, sowohl klar Stellung zu beziehen als auch kritische Zwischentöne zuzulassen. Er warnt regelmäßig vor politischer Gleichgültigkeit, betont aber auch, dass Demokratie nur leben kann, wenn Menschen sich engagieren – eine Erkenntnis, die im Lichte populistischer Strömungen besonders Gewicht erhält. Interessant: Aktuelle Recherchen zeigen, dass das Vertrauen in demokratische Institutionen seit einigen Jahren europaweit abnimmt, auch in Deutschland; viele Bürgerinnen und Bürger fordern mehr Transparenz und schnelleres Handeln von der Politik. Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss sozialer Medien auf die Debattenkultur, der zunehmend für Polarisierung sorgt. Zugleich mehren sich Stimmen, die einen tiefgreifenden Neustart der politischen Strukturen für notwendig halten – sei es in Bezug auf Verwaltung, politische Beteiligung oder dialogisches Miteinander (vgl. auch FAZ, 12.06.2024). Das Thema erhält zusätzlichen Schub durch Ereignisse wie die jüngsten Europa- und Kommunalwahlen, bei denen erstmals das Wahlverhalten der „Generation unverbindlich“ sichtbar wurde – eine Gruppe, die klassische Parteistrukturen infrage stellt. Der gesellschaftliche Konsens, dass Demokratie bewahrt gehört, scheint zwar stabil, aber die Erwartung an Erneuerung wächst rasant.

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