Interessant ist auch der Frustfaktor: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht weiterhin in der Kritik, selbst wenn die Änderungen in den Prozenten nur minimal erscheinen. 75 Prozent der Befragten äußern Unzufriedenheit mit Merz – ein Prozentpunkt mehr als zuvor. Was die schwarz-rote Koalition betrifft: 19 Prozent sind damit einverstanden (zwei Prozent mehr), aber satte 74 Prozent sind es nicht. Die Umfrage entstand übrigens zwischen dem 20. und 24. Juli 2026, mit insgesamt 1.204 Teilnehmenden. Ergänzt wurde das Ganze durch eine Befragung zur Zufriedenheit mit Kanzler und Koalition – eine Momentaufnahme, die zeigt: Politische Stimmungsbilder sind mindestens so wechselhaft wie das Wetter im April.
Die aktuellen Insa-Zahlen deuten auf eine Verschiebung im Parteiensystem hin: Die traditionell starken Volksparteien verlieren an Rückhalt, während kleinere und ehemals ungeliebte Parteien teils dramatisch zulegen. Dass die Grünen inzwischen an der SPD vorbeiziehen, hätte vor ein paar Jahren wohl kaum jemand gedacht – ebenso wenig wie die anhaltende Umfrage-Führung der AfD. Interessant bleibt, wie tief die Unzufriedenheit mit Regierung und Kanzler geht, was ein Symptom für einen generellen Vertrauensverlust in politische Institutionen zu sein scheint. In anderen aktuellen Berichten, etwa bei der 'Süddeutschen Zeitung', wird betont, wie das Erstarken der AfD auch auf eine wachsende Skepsis gegenüber der Modernisierungspolitik und der Migrationsfrage zurückzuführen ist. Die 'Zeit' verweist außerdem darauf, dass Unsicherheiten in der Bevölkerung – etwa wegen stagnierender Löhne, Sicherheitsbedenken und globalen Krisen – das politische Klima zusätzlich aufheizen und die etablierten Parteien weiter unter Druck setzen.