Einmal mehr beweist die Statistik: Urlaubsbuchungen laufen zunehmend digital ab. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag verlauten ließ, gab es 2025 bei den drei Platzhirschen der Online-Buchungsportale – Airbnb, Booking und Expedia – satte 68,3 Millionen gebuchte Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und -häusern.
Interessant: Die bislang berücksichtigte Plattform Tripadvisor spielt in den neuen Zahlen keine Rolle mehr – und doch steigen die Buchungszahlen: Im Vergleich zu 2024 bedeutet das ein Plus von 13 Prozent. Noch bemerkenswerter: Vergleicht man mit 2019, vor der Pandemie und mit Tripadvisor, liegen die Zahlen heute sage und schreibe 83,4 Prozent höher. Ob das allein dem veränderten Reiseverhalten zuzuschreiben ist, bleibt ein wenig offen; schließlich wächst auch die digitale Vermittlung insgesamt und verzerrt den Vergleich zu früheren Jahren.
Spannend ist auch, dass knapp 94 Prozent der Übernachtungen über Plattformen bei Anbietern mit weniger als zehn Betten stattfinden – also oft nebenberufliche Privatvermieter, deren Unterkünfte gar nicht in der offiziellen Tourismusstatistik auftauchen. Im offiziellen Monatsreport werden ohnehin nur Betriebe mit mindestens zehn Betten gezählt. So entstehen Diskrepanzen: 97 Millionen Übernachtungen zählt die Amtliche Statistik 2025 in Ferienwohnungen und Häusern; die Plattformen vermitteln zwar 68,3 Millionen davon, doch 94 Prozent – 64,1 Millionen – bleiben in der klassischen Statistik unsichtbar.
Deutliches Wachstum zeigt sich besonders bei deutschen Gästen: Sie buchten 2025 rund 48,5 Millionen Übernachtungen über die Online-Plattformen, 15,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Nachfrage aus dem Ausland war mit einem Zuwachs von 7,8 Prozent auf insgesamt 19,8 Millionen Übernachtungen etwas verhaltener, liegt aber auch noch kräftig über Vorkrisen-Niveau. Niederländische Urlauber führen das Ranking erneut an (2,9 Millionen), gefolgt von Polen und US-Amerikanern. Frankreich und die Schweiz komplettieren die Top Five.
Regional betrachtet zeigte sich erneut ein deutlicher Fokus auf Bayern (10,6 Millionen Online-Übernachtungen), während Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen dichtauf folgen. Die Präferenzen schwanken: In Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen dominiert einheimisches Urlaubsverhalten – gut 83 bis über 92 Prozent der Aufenthalte werden von Deutschen gebucht. Berlin steht dagegen ganz im Zeichen internationaler Gäste (über zwei Drittel der Buchungen). Auch Baden-Württemberg und NRW weisen hohe Anteile ausländischer Besucher auf. Man erkennt: Die Plattformen helfen, neue Zielgruppen für den deutschen Ferienwohnungsmarkt zu erschließen – die Digitalisierung bleibt Treiber und verzerrt zugleich den Blick auf den Tourismus.
Die Buchungszahlen über die großen Online-Plattformen für Ferienunterkünfte in Deutschland stiegen 2025 weiter kräftig an – fast ein Drittel mehr als im Vorjahr, obwohl Tripadvisor nicht mehr enthalten ist. Der Großteil der gebuchten Übernachtungen entfiel auf Privatvermieter, die von den amtlichen Statistiken gar nicht oder nur unvollständig erfasst werden. Besonders Inlandsgäste sorgten für den Zuwachs, wobei Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin mit einem hohen Anteil ausländischer Besucher auffielen.
Perspektivisch berichten viele Medien, dass die Digitalisierung den Markt für Privatvermietungen neu aufmischt. Laut DW und taz bringt das wachsende Angebot auf Plattformen Vorteile, aber es gibt auch Bedenken hinsichtlich Wohnraummangel in Städten und der oft fehlenden Regulierung. Laut FAZ und Zeit.de steht zudem der Schutz von Kommunen und Bewohnern im Fokus – strengere Auflagen und Meldepflichten für Ferienwohnungen werden vermehrt diskutiert, um ungeregelte Konkurrenz zu Hotelleriebetrieben zu vermeiden.