Martin Grasmück bleibt Chefsessel des Saarländischen Rundfunks erhalten

Martin Grasmück darf weiter das Ruder beim Saarländischen Rundfunk (SR) führen. In der jüngsten Sitzung des Rundfunkrats in Saarbrücken gewann er mit einer klaren Mehrheit und sicherte sich den Job für die kommenden Jahre. Ganze 22 von 24 stimmberechtigten Mitgliedern stimmten im ersten Wahlgang für ihn, wie Gremienchef Thomas Jakobs mitteilte.

heute 18:35 Uhr | 4 mal gelesen

Eigentlich hätte es auch ganz anders kommen können: Neben Martin Grasmück warf auch Peter Dinges, immerhin Chef der Filmförderungsanstalt in Berlin, seinen Hut in den Ring um den Intendantenposten. Am Ende überzeugte aber Grasmücks Hausmacht – und wohl auch seine Erfahrung: Bereits 2021 wurde er Intendant des SR, davor arbeitete er viele Jahre im Sender, ursprünglich schon als freier Mitarbeiter während des Studiums. Er war vor seiner Wahl bereits stellvertretender Programmdirektor und kennt den Laden von innen wie kaum ein anderer. Während seiner ersten Amtsperiode drückte er Reformen durch – Personalabbau, weniger Stellen, Umverteilung von Aufgaben. Auch eine stärkere Fokussierung auf Regionalität und Innovation wurde angestoßen. Interessant ist: Sein Gegenkandidat Dinges wollte mit frischem Blick von außen und einer gehörigen Portion Herzblut den Sender neu prägen – nicht als klassischen Karriereschritt, sondern aus Überzeugung für die Region. Die Gremienmehrheit entschied sich dennoch für die Kontinuität.

Martin Grasmück bleibt bis mindestens 2027 an der Spitze des Saarländischen Rundfunks. Er setzte sich mit großer Mehrheit gegen Konkurrent Peter Dinges durch, der eigentlich neue Impulse von außen einbringen wollte. Grasmück profilierte sich in seiner bisherigen Amtszeit mit personellen und strukturellen Reformen sowie einer moderaten, aber klaren Innovationsstrategie. In Zeiten starker gesellschaftlicher Veränderungen und anhaltender Mediendebatten steht besonders der öffentlich-rechtliche Rundfunk unter massiver Beobachtung – laut aktueller Berichterstattung gerät dieser durch politische und finanzielle Einflüsse immer stärker unter Rechtfertigungszwang, gerade im Saarland, das oft um seine mediale Sichtbarkeit kämpfen muss (siehe taz.de & sueddeutsche.de). Die Rolle des Intendanten wird damit weit komplexer, als es ein bloßer Verwaltungsposten vermuten lässt.

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