In der TV-Sendung "Blome & Pfeffer" auf ntv zeigte sich Gitta Connemann am Montag alles andere als begeistert von den jüngsten Plänen der EU zur Entgelttransparenz. Sie unterstrich zwar das Prinzip: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – das ist selbstverständlich." Aber Deutschland sei hier bereits gesetzlich gut aufgestellt, so ihre Ansicht. Die neue EU-Richtlinie sieht Connemann hingegen als Sinnbild für ausufernde Bürokratie in Brüssel. Sie fürchtet, dass die Verantwortlichen mit der Reform einen gigantischen Verwaltungsapparat aufbauen – und zwar nicht nur für große Firmen. Laut Connemann gilt der Kostendruck auch auf kleine und mittelständische Betriebe. Beispiel: Ein Handwerksbetrieb mit nur acht Leuten muss plötzlich eine Vielzahl von Zusatzleistungen – Fahrradzuschüsse, Fahrtkosten, Prämien und anderes mehr – in Transparenzberichte einbinden. Absurd hoher Aufwand, findet Connemann. "Wir drehen hier an einer Bürokratieturbine, ohne praktisch etwas an der Gerechtigkeit zu verändern", so ihr Vorwurf. Ihrer Überzeugung nach wären Wachstum und unternehmerische Freiheit die bessere Stellschraube für Europa als noch mehr Berichtspflichten. Der Verweis auf Alt-EZB-Chef Draghi und dessen Kritik an zu viel Regulierung fällt auch: "Wir sollten Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit fördern – nicht überregulieren."
Connemann äußert sich kritisch zur neuen EU-Entgelttransparenzrichtlinie und befürchtet eine erhebliche Zunahme an Bürokratie für Unternehmen, vor allem für kleine und mittlere Betriebe. Trotz bereits bestehender Regelungen sieht sie keinen Mehrwert und hält die geplanten Berichtspflichten für unverhältnismäßig. Nach aktuellem Diskussionsstand in Brüssel soll die Richtlinie dazu beitragen, die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen in Europa weiter zu reduzieren – viele Wirtschaftsexperten und politische Stimmen sehen jedoch gerade im Mittelstand spezifische Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung, darunter höhere Kosten, zusätzliche Verwaltungsaufgaben sowie Unsicherheiten bezüglich der rechtlichen Auslegung. Jüngste Recherchen zeigen, dass Unternehmen sich auf die kommenden Vorschriften vorbereiten, aber vielfach abwarten, wie streng die nationale Ausführung am Ende ausfallen wird.