Reddig legt nach: 'Der Wind, den wir ins Parlament getragen haben, hat offenbar gewirkt. Es ging schneller als gedacht, und das Resultat kann sich echt sehen lassen', sagte er im Gespräch mit der Bundestagszeitung 'Das Parlament'. Klar – der Rentenbeitrag wächst zwar bis 2028, aber ab den 2030ern könnte tatsächlich Ruhe einkehren oder sogar wieder Luft nach unten sein. Reddigs Hoffnung: Das könnte das Vertrauen in die... naja, ein bisschen in die Politik zurückbringen. Ganz ohne Schlagabtausch bleibt’s nicht: Vor allem im Handel und der Gastronomie knirscht es, weil Minijobs künftig in die Sozialversicherung rutschen sollen. Für viele klingt das, als würde das letzte Bollwerk der Flexibilität gesprengt. Reddig versucht zu beruhigen – man wolle Minijobs nicht beerdigen, sondern schlicht fairer absichern, auch für Selbstständige und andere, die oft durchs Raster fallen. Würde wahrscheinlich niemand ernsthaft bestreiten, dass Altersarmut ein Problem ist. Und dann ist da diese Idee mit der "Schwedenrente" – ein Kapitalstock als zweites Standbein zum Umlagesystem. Reddig hält das für praktikabler als irgendwelche Pflichtrenten über die Betriebe. Klingt griffig, aber: Er betont, niemand solle meinen, man könne sich die Rosinen rauspicken – am Ende müsse das Gesamtpaket im Gleichgewicht bleiben. Alles andere bringe das Kartenhaus ins Wanken.
Die diskutierte Rentenreform markiert nicht nur laut Reddig eine wichtige Weichenstellung für das künftige Rentensystem Deutschlands. Der Handlungsdruck ist groß: Das wichtigste Problem – wie die Generation der Babyboomer in Rente geht, ohne die Beitragssätze explodieren zu lassen – rückt näher. Die Idee, Minijobs und Selbstständige stärker einzubinden, stößt zwar auf Widerstand, wird aber von vielen Experten als zentral für eine gerechtere Altersvorsorge gesehen. Die 'Schwedenrente' bringt einen neuen Ansatz für die Kapitaldeckung, der in Skandinavien schon lange funktioniert. Gleichzeitig mahnen Kritiker, dass Veränderungen, die an etablierten Strukturen rütteln, immer auch Akzeptanzprobleme hervorrufen. Im Bundestag formiert sich bereits Widerstand – insbesondere aus Branchen mit traditionell vielen Minijobbern. Trotzdem sehen Reddig und andere eine breite gesellschaftliche Mitte hinter dem Kompromiss.