Trainerwechsel bei Union Berlin: Steffen Baumgart entlassen – Marie-Louise Eta übernimmt interimistisch

Nach einer ernüchternden Niederlage gegen Heidenheim zieht Union Berlin Konsequenzen: Steffen Baumgart und sein Team sind nicht mehr im Amt. Die bisherige U19-Trainerin Marie-Louise Eta wird – als erste Frau überhaupt – die Bundesligamannschaft der Männer bis Saisonende verantworten.

heute 08:37 Uhr | 3 mal gelesen

Mit dem 1:3 gegen den 1. FC Heidenheim platzt bei Union Berlin die Geduld: Trainer Steffen Baumgart, gemeinsam mit den Co-Trainern Danilo de Souza und Kevin McKenna, wurde in der Nacht zum Sonntag abgelöst. Was sofort auffällt: An ihre Stelle rückt für den Rest dieser Spielzeit Marie-Louise Eta, bislang Chefin der U19. Damit schreibt Union ein Stück Fußballgeschichte – nie zuvor hat eine Frau hauptverantwortlich eine Bundesliga-Männermannschaft trainiert. Schon im Herbst 2023 war Eta ins Profi-Trainerteam gerückt, damals als Assistentin. Für den Sommer ist ihr jedoch ein Wechsel zur Frauenmannschaft der Köpenickerinnen vorgesehen. Geschäftsführer Horst Heldt erklärte in einer durchaus offenen Manier, das Team habe bisher in der Rückrunde regelrecht enttäuscht. Nur zwei Siege aus 14 Spielen… das klingt wirklich nicht nach Rettung. Man dürfe, meinte Heldt, angesichts der gefährlichen Tabellensituation nichts dem Zufall überlassen. Trotzdem gab es einen warmen Dank an Baumgart & Co. Eta selbst zeigte sich zwar erfreut über das Vertrauen, betonte jedoch, dass der Klassenerhalt noch längst nicht feststehe und dass jetzt jeder Punkt zählt. Wer künftig die U19 trainiert, will Union zeitnah klären.

Union Berlin hat nach einer enttäuschenden Rückrunde und einer besonders schmerzhaften Heimniederlage einen radikalen Schritt gemacht. Die Entlassung von Baumgart ist ein Signal, dass der Bundesligist in größter Abstiegsnot alles auf eine Karte setzt. Historisch: Marie-Louise Eta, die als U19-Trainerin bereits Kontakte zum Profiteam hatte, übernimmt bis zum Saisonende – und steht damit auch im Fokus der internationalen Presse (und das zurecht, immerhin ist sie die erste Frau in der Bundeliga-Geschichte auf diesem Posten). Es bleibt abzuwarten, wie sie das Team in den verbleibenden Spielen motiviert oder taktisch verändert. Interessant: Auch die Deutsche Welle und mehrere andere Medien greifen das Thema nicht nur wegen des Trainerwechsels, sondern auch wegen der Gender-Dimension intensiv auf und sehen darin eine „Zeitenwende“ in der Männer-Bundesliga. Laut aktueller Online-Quellen (u.a. Zeit, Spiegel) steht Union weiter gefährlich nah an der Abstiegszone und braucht dringend Siege, wobei das Restprogramm als durchaus schwierig gilt.

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