Wenn man ehrlich ist: Bis vor Kurzem hätte man sich diesen Samstag so nicht vorgestellt. Da steht Marie-Louise Eta nicht am Seitenrand eines Frauenteams, sondern als hauptverantwortliche Trainerin beim Männer-Bundesligisten Union Berlin. In einer von Sky Sport beauftragten, repräsentativen Umfrage unter 1.438 Fußballinteressierten äußern sich satte 81 Prozent positiv oder sogar sehr positiv zu dieser Premiere. Lediglich 16 Prozent bleiben gelassen-neutral und verschwindend kleine 3 Prozent stehen der Entscheidung skeptisch gegenüber.
Kurios (oder auch ziemlich spannend): Die ältere Generation – man hätte es vermutlich andersherum erwartet – findet Frau Eta und ihr Amt am meisten gut. Stolze 90 Prozent der über 55-Jährigen stehen hinter Trainerinnen im Profi-Männerfußball. Die sogenannte Generation Z, die eigentlich oft für Offenheit und Fortschrittlichkeit steht, kommt da mit 69 Prozent fast ein bisschen altmodisch daher. Insgesamt wollen drei Viertel der Befragten mehr Frauen in sportlichen Führungsrollen in der Bundesliga sehen.
Dass Union das Ligaspiel gegen Wolfsburg verloren hat, trübt die Stimmung kaum: Ein guter Drittel sieht das Auftreten des Teams als mutig und überzeugend, mehr als die Hälfte als ordentlich unter schwierigen Umständen.
"So ticken die Fans...Das FUSSBALL-BAROMETER" läuft heute Abend um 18:30 Uhr bei Sky Sport News. Wer keinen Fernseher besitzt, kann die Sendung nachschauen – alles Weitere dazu gibt es bei skysport.de. Nicht zu vergessen: Sky Deutschland und ONE8Y liefern regelmäßig solche Umfragedaten rund ums Geschehen der Bundesliga.
Man kann sagen: Ein Meilenstein – und der Anfang einer Diskussion, die in den nächsten Monaten garantiert an Fahrt aufnehmen wird.
Marie-Louise Etas Einstand als Trainerin in der Männer-Bundesliga markiert einen historischen Wendepunkt für den deutschen Fußball. Die große Mehrheit der Fans steht hinter ihr; laut der Sky/ONE8Y-Umfrage wünschen sich besonders ältere Fußballbegeisterte noch mehr weibliche Führungskräfte im Profibereich. Interessant ist der Generationen-Clash: Während unter den Ü55ern fast alle für Trainerinnen in Männerteams offen sind, zeigt sich gerade die jüngere Generation etwas zurückhaltender. Union Berlins mutiger Schritt stieß somit in weiten Teilen der Gesellschaft auf Respekt – und setzt neue Maßstäbe für Gleichberechtigung im Sport.
Aktuelle Artikelrecherche ergänzt noch Folgendes: In der jüngsten Debatte um Gleichstellung im Profisport wird Etas Ernennung vielfach als Symbol für einen Kulturwandel gesehen. Medien und Experten betonen, wie wichtig gleicher Zugang und Akzeptanz für Frauen in Führungsrollen sind – auch als Zeichen gegen alten Macho-Geist im Fußball. Konkret beschäftigt sich die Presse aber auch mit Etas sportlicher Lage: Der Druck für sie ist enorm, jede Entscheidung wird auf die Goldwaage gelegt. Dennoch ist die Resonanz überwiegend positiv, auch aus der Bundestrainer-Ecke und von ehemaligen Profis, die Etas Kompetenz und Führungsstil loben. – Hinzu kommt ein vermehrtes Interesse an der Rolle von Diversität und Female Leadership in anderen (europäischen) Ligen, gerade nach Etas Premiere.