Kampf ums Überleben: Gladbach ringt St. Pauli nieder

Mit einem 2:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli sammelt Borussia Mönchengladbach dringend benötigte Zähler im Kampf gegen den Abstieg.

13.03.26 22:38 Uhr | 3 mal gelesen

Es war eines dieser Spiele mit viel Kampf, wenig Glanz – und am Ende liegen Freude und Ernüchterung so nah beieinander, wie es wohl nur im Abstiegstaumel möglich ist. Gladbach, in den letzten Wochen oft mit eher wackeligen Vorstellungen, erwischte einen zähen Start. Erst dominierte der Gastgeber das Mittelfeld, doch nach rund einer Viertelstunde meldete sich St. Pauli überraschend energisch zurück. Besonders aufregend wurde es in der 27. Minute: Joel Chima Fujita hätte die Gäste aus Hamburg beinahe in Führung gebracht, scheiterte aber an Jonas Nicolas, dem aufmerksamen Keeper der Fohlen. Fast im Gegenzug zeigte sich Gladbach eiskalt: Kevin Stöger verwandelte einen Freistoß aus rund 25 Metern zur Führung – ein Moment, in dem Zeit und Stadionluft kurz stillzustehen schienen. Der zweite Durchgang begann dann mit mehr Elan bei St. Pauli – viel Ballbesitz, aber alles verpuffte an Gladbachs Betonwand. Und dann, fast aus dem Nichts, schalteten die Hausherren blitzschnell um: Joe Scally marschierte über rechts, steckte durch zu Franck Honorat, der abgeklärt zum 2:0 einschob (62.). Wer gedacht hatte, jetzt würde noch ein Feuerwerk gezündet, musste sich gedulden: Honorat schrammte in der Schlussphase sogar noch am Doppelpack vorbei, als sein Schuss am Pfosten landete. Für St. Pauli war spätestens da klar: Heute will der Ball nicht ins Netz. Auch Jackson Irvine, sonst ein Fels im Nordseeklima, haute das Leder freistehend über den Kasten. So jubelt Gladbach über den ersten Dreier nach langem Zittern. Vielleicht ist das der Anfang vom Aufbäumen – oder nur ein längst überfälliger Lichtblick. St. Pauli, zuvor auf einer Erfolgswelle surfen, erwischt die kalte Dusche. Fußball eben.

Gladbach besiegt St. Pauli mit 2:0 und verlässt damit zumindest vorübergehend die Abstiegsplätze. Besonders sehenswert war der Freistoßtreffer von Kevin Stöger, während Franck Honorat mit dem zweiten Treffer den Deckel draufmachte. Die Hamburger fanden trotz mehr Initiative nach der Pause keine Mittel, um Gladbach wirklich zu gefährden. Gladbach schöpft aus dem wichtigen Sieg Hoffnung im Abstiegskampf – und der Druck auf St. Pauli, die bisher als Überraschungsteam galten, wächst spürbar. Ergänzende Recherche: Gladbach kann durch den Sieg einen psychologischen Befreiungsschlag im Saisonendspurt verbuchen; Trainer Gerardo Seoane lobte nach dem Spiel insbesondere die defensive Stabilität seines Teams. Die Stimmung unter St. Pauli-Fans bleibt trotz des Rückschlags vorsichtig optimistisch, da das Team weiterhin über dem Strich rangiert und das Restprogramm günstiger erscheint als das der direkten Konkurrenz. Im Hintergrund steht zudem die Nachrichtenlage, dass sowohl die Bundesliga-Tabellensituation als auch die Diskussionen um Trainerwechsel und Personalpolitik bei beiden Clubs gerade heiß geführt werden.

Schlagwort aus diesem Artikel