Der frühere Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, kritisiert Donald Trumps Vorstoß zum Teilabzug amerikanischer Truppen aus Deutschland als kurzsichtig und egozentrisch. Aus Heusgens Sicht dienen die stationierten US-Soldaten vor allem amerikanischen strategischen Interessen – nicht zuletzt, weil wichtige Kommandozentralen, Luftstützpunkte und Versorgungsinfrastruktur in Deutschland liegen. Gleichzeitig rät Heusgen zur Besonnenheit: Trumps Rhetorik bezüglich eines Abzugs sei bereits während seiner ersten Präsidentschaft präsent gewesen, am Ende sei die amerikanische Truppenpräsenz sogar angewachsen. Aktuelle Entwicklungen werfen die Frage auf, wie sich geopolitische Interessen und sicherheitspolitische Stabilität künftig ausbalancieren lassen – auch angesichts der Tatsache, dass Bidens Regierung einen klaren Fokus auf die transatlantische Partnerschaft gelegt hat. Laut Medienberichten werden aktuell auch in deutschen Regierungskreisen Konsequenzen und Strategien für eine stärkere europäische Verteidigungsautonomie diskutiert.
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