Gerade einmal 16 Prozent der Befragten geben an, mit der Arbeit der aktuellen Koalition zufrieden zu sein. Satte 76 Prozent äußern sich dagegen unzufrieden – ein wirklich ernüchterndes Ergebnis. Zum Vergleich: Nach zwölf Monaten Ampel-Regierung lag der Anteil Zufriedener noch bei 29 Prozent; auch dort beschwerte sich eine Mehrheit, aber der Frust war keineswegs so ausgeprägt wie heute. Friedrich Merz, der CDU-Kanzler, fährt ebenfalls keine glänzenden Werte ein. Lediglich 19 Prozent geben ihm ein positives Zeugnis, während 71 Prozent seine Arbeit ablehnen. Zum Vergleich: Olaf Scholz kam nach einem Jahr auf immerhin 32 Prozent Zustimmung. Hinsichtlich der Stabilität der Koalition macht sich ebenfalls wenig Optimismus breit: Nur ein knappes Viertel hält es für wahrscheinlich, dass Schwarz-Rot tatsächlich bis 2029 durchhalten wird. Über die Hälfte glaubt gar nicht daran. Die Noten – wie aus der Schulzeit – sprechen Bände: Lediglich vier Prozent sehen die Leistungen der Regierung als „sehr gut“, sechs Prozent vergeben ein „gut“ und magere sechzehn Prozent bewerten mit „befriedigend“. Dagegen vergeben jeweils 25 und 30 Prozent die berüchtigten Urteile „mangelhaft“ und „ungenügend“. Schaut man auf die aktuelle Parteienstimmung (Sonntagstrend) setzt sich das Bild nahtlos fort: Die AfD wird mit 28 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von CDU/CSU mit 24 Prozent. Die SPD schafft mit 14 Prozent gerade noch den Anschluss, dicht gefolgt von den Grünen mit 13 Prozent (leicht gestiegen) sowie der Linken mit 11 Prozent. BSW und FDP liegen bei jeweils 3 Prozent, alle anderen tummeln sich zusammen bei 4 Prozent.
Die Stimmung gegenüber der schwarz-roten Regierung ist auf einem Tiefpunkt – viele Bürger sehen kaum Fortschritte und äußern offen Zweifel an der Zukunft der Koalition. Die Umfrageergebnisse spiegeln einen allgemeinen Frust wider, der sich vermutlich nicht nur auf politische Entscheidungsfindung, sondern auch auf Stil und Kommunikation bezieht. Ähnliche Umfragen aus der jüngsten Vergangenheit (wie beispielsweise die von Forsa und Allensbach) deuten in die gleiche Richtung: Das Vertrauen in die amtierenden Politiker bleibt niedrig, während Krisenbewusstsein, aber auch Wechselstimmung unter den Menschen wächst. Beobachter führen dies auf fehlenden Reformmut, ständige Auseinandersetzungen innerhalb der Koalition und eine als träge empfundene Politik zurück. Nicht zuletzt spielt auch eine zugespitzte Wirtschaftslage eine Rolle, die die Menschen deutlich spüren. Außerdem werden sowohl Friedrich Merz als auch Olaf Scholz vergleichsweise technokratisch und wenig volksnah wahrgenommen, was sich offenbar in den schlechten Einzelwerten niederschlägt. Die AfD profitiert von diesem Klima – nicht nur prozentual, sondern auch im Ton der politischen Debatte.