Es war einer dieser Spieltage, an denen zwischen Hoffen und Bangen nicht viel Raum bleibt – vor allem, wenn man Union Berlin oder Köln die Daumen drückt. In einer Partie, die im Grunde eher Krimi als Fußball war, erzielte Kölns Marius Bülter nach zäher Anfangsphase per Distanzschuss die Führung. Union hätte fast direkt geantwortet, aber Berlin fehlt seit Wochen die letzte Konsequenz vor dem Tor – Kemlein schob den Ball am Kasten vorbei. Nach der Hälfte legte Köln durch El Mala nach einem zügigen Konter nach. Irgendwie verloren die Gäste danach aber die Ordnung, ließen Union zurück ins Spiel – erst per Rothe und dann fast schon tragisch spät durch Levian Burcu zum Ausgleich. So bleibt das Zittern, beide stehen auf dünnem Eis im Tabellenkeller.
Parallel trug sich tatsächlich die Sensation des Spieltags in München zu, wobei Heidenheim gegen den Rekordmeister derart mutig auftrat, dass man fast glaubte, der Tabellenplatz sei vertauscht. Erster Paukenschlag in Minute 22: Zivzivadze trifft nach einer Ecke – nur wenigen in der Arena gefiel das. Es blieb nicht dabei, Dinkci erhöhte für Heidenheim trotz scheinbarer Bayern-Kontrolle. Dann kam Goretzka, der kurz vor und nach der Pause zweimal die Hoffnung für die Münchner aufflammen ließ. Noch einmal Zivzivadze, diesmal mit einem Abschluss, bei dem selbst der harte Bayern-Fan nicken musste – 2:3. Nach dramatischen 100 Minuten nagelte Olise den Ball in letzter Sekunde ins Netz – 3:3. Heidenheim jubelte kaum: Der Abstieg droht trotzdem, St. Pauli und Wolfsburg können den Traum zerschlagen.
Erwähnenswert: Torspektakel auch in anderen Stadien – Hoffenheim gegen Stuttgart 3:3, Werder Bremen verliert 1:3 gegen Augsburg, und Frankfurt muss das 1:2 gegen Hamburg schlucken.
Obwohl Union Berlin und der 1. FC Köln im Abstiegskampf einen Punkt holen, bleibt die Situation für beide bedrohlich – es geht weiter eng zu. Der 1. FC Heidenheim verpasst in München trotz dreier Auswärtstore den Sieg und droht nach dem dramatischen Remis weiter abzusteigen. Auffällig: Viele Bundesliga-Spiele an diesem Tag gipfelten in offenen Schlagabtauschen, fast schon symptomatisch für eine Saison, in der die Abstände im Tabellenkeller eng wie selten erscheinen.
Ergänzung durch zusätzliche Recherche: In den aktuellen Medien wird besonders die Dramatik der Bundesliga-Endphase hervorgehoben. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist der Abstiegskampf in dieser Saison so offen wie lange nicht und mehrere Vereine zittern weiter um den Klassenerhalt. Der Kölner Stadt-Anzeiger hebt die emotionale Achterbahnfahrt der Fans hervor, die sich vom Rande des Abstiegs zum späten Ausgleich und zurück ins Bangen schwingen müssen. Darüber hinaus berichten SZ und taz darüber, dass insbesondere die Bayern, trotz gesichertem Meistertitel, aktuell kaum zu überzeugen wissen, was Kritik an der Kadertiefe und Motivation laut werden lässt.