Starkes Signal gefordert: Verdi-Chef mahnt SPD-Politikerin Bas zu mehr Engagement

Frank Werneke, der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, hat Bärbel Bas (SPD) deutlich dazu aufgefordert, sich intensiver für die Belange der Arbeitnehmer einzusetzen.

heute 06:56 Uhr | 4 mal gelesen

Hartnäckig bleibt Frank Werneke von Verdi am Thema: Gegenüber dem "Handelsblatt" äußert er konkrete Erwartungen an Bärbel Bas, ihres Zeichens Arbeitsministerin und SPD-Mitvorsitzende. Gerade zum 1. Mai, der ja beinahe schon traditionsgemäß als Bühne für arbeitsrechtliche Forderungen dient, betont er, dass von Seiten der Gewerkschaften klar ein stärkeres Engagement für Arbeitnehmerrechte gefordert werde. Die Verständigung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften scheint zuletzt rauer geworden zu sein – man erinnere sich an das letzte BDA-Arbeitgebertreffen, bei dem Bas ausgebuht wurde; das, sagte sie später, habe ihr verdeutlicht, wer im politischen Kräftemessen auf der anderen Seite steht. Werneke richtet darüber hinaus mahnende Worte an den Bundeskanzler Friedrich Merz: Er dürfe sich nicht zu weit von den Lebensrealitäten der arbeitenden Bevölkerung entfernen, schließlich seien sie das Rückgrat des Landes. Es bleibt, trotz oder gerade wegen der verschärften Krisenzeiten, die Sorge vor wachsender sozialer Ungleichheit. Und – so ehrlich muss man sein – der Ton zwischen den gesellschaftlichen Gruppen ist ungemütlicher geworden. Ob das auf absehbare Zeit besser wird? Schwer zu sagen.

Kurz gesagt: Frank Werneke, Verdi-Chef, fordert von Bärbel Bas ein klareres Bekenntnis zur Stärkung der Arbeitnehmerrechte und erwähnt dabei explizit die schwierige Stimmung auf Arbeitgeberveranstaltungen wie dem BDA-Tag. Besonders in der aktuellen Zeit wachsender sozialer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten warnt er die politische Führung – konkret Kanzler Friedrich Merz – davor, den Kontakt zur arbeitenden Bevölkerung zu verlieren und die Gräben in der Gesellschaft zu vertiefen. Angesichts aktueller Gewerkschaftsdebatten – etwa zum Mindestlohn, der Tarifbindung und den Auswirkungen der Inflation – zeigen verschiedene Medienberichte aus der letzten Woche, dass die Forderung nach einem entschlossenen politischen Kurswechsel in Deutschland an Dringlichkeit gewinnt. Auch aus tagesaktuellen Artikeln geht hervor: Die soziale Kluft wächst weiter, der Druck auf die Regierung, sich eindeutig für die Rechte der Arbeitnehmer einzusetzen, steigt; die Notwendigkeit, mit gelebter Mitbestimmung zukunftsorientierte Arbeitsbedingungen zu gestalten, wird immer häufiger eingefordert.

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