Deutsche Einzelhändler im März mit Umsatzrückgang – Online-Handel trotzt dem Trend

Im März haben Einzelhandelsunternehmen in Deutschland spürbare Umsatzrückgänge verzeichnet – aber nicht überall. Während klassische Läden Federn lassen, kann der Online-Handel sogar zulegen.

heute 08:13 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal sieht man’s schon am eigenen Einkaufszettel – und diesmal bestätigen die Zahlen das Bauchgefühl: Die Verkäufe im deutschen Einzelhandel haben sich im März nach unten bewegt. Laut neuen, allerdings noch vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes, sanken die Umsätze im Vergleich zum Februar real um 2,0 Prozent und nominal um 1,5 Prozent. Besonders spürbar war der Abschwung an Tankstellen (real -5,6%), was sich mit gestiegenen Preisen, geopolitischen Risiken und vielleicht auch der allgemeinen Zurückhaltung erklären lässt. Hinter dem nüchternen Zahlenwerk stecken sehr reale Auswirkungen: Im Lebensmitteleinzelhandel etwa gaben die Menschen im März real 2,7% und nominal 2,5% weniger aus als noch einen Monat zuvor – gegenüber März 2025 waren es sogar real 3,3% weniger. Ein kleiner, aber durchaus bemerkenswerter Lichtblick ist der Versandhandel. Während stationäre Läden also kämpfen, wächst der Online-Bereich im Monatsvergleich real und nominal um 3%. Im Jahresvergleich sind es sogar Zuwächse von knapp 6%. Vielleicht ist es der bequeme Klick oder einfach eine Preisfrage – so ganz eindeutig lässt sich das nie sagen.

Die Einbußen im stationären Einzelhandel deuten darauf hin, dass viele Haushalte nach wie vor durch hohe Preise, Inflation und wirtschaftliche Unsicherheiten belastet sind. Gleichzeitig profitieren Internet- und Versandhändler weiterhin vom anhaltenden Trend zum Online-Shopping, der möglicherweise pandemiebedingt beschleunigt wurde und dem Einzelhandel langfristig eine neue Richtung geben könnte. Darüber hinaus weisen jüngste Pressestimmen darauf hin, dass sich die Lage in verschiedenen Branchen sehr unterschiedlich entwickelt: Während Tankstellen unter globalen Krisen leiden, gibt es im Lebensmittelhandel offenbar ein deutlicheres Sparverhalten – was auch Folgen für Arbeitsplätze und regionale Strukturen haben kann. Im Branchenumfeld werden aktuell politische Forderungen nach einer Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel sowie Investitionen in die Digitalisierung der Verkaufsstellen lauter. Gleichzeitig beschäftigen sich Medien und Fachleute mit der Frage, ob der Einzelhandel neue, hybride Geschäftskonzepte braucht, um dem Strukturwandel gewachsen zu sein. Ökonomisch betrachtet bleibt die Lage angespannt: Die Konsumstimmung ist gedämpft, viele Verbraucher schieben größere Anschaffungen auf, was sich in den Umsatzzahlen widerspiegelt.

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