Es knirscht gewaltig zwischen Gewerkschaft und Anstalt. Nach langwierigen, offenbar festgefahrenen Gesprächen hat Verdi für den kommenden Donnerstag die Belegschaften von NDR, WDR und BR zum Arbeitskampf aufgerufen. Hintergrund: Die Gehalts- und Honorar-Tarifverträge laufen Ende Januar 2026 aus, und bislang ist man sich trotz mehrerer Verhandlungsrunden keinen Schritt nähergekommen – so zumindest die Einschätzung der Gewerkschaft. Verdi pocht auf eine Anhebung um sieben Prozent; mindestens sollen es aber 300 Euro monatlich mehr sein, bei den Azubis 200 Euro. Den Vorwurf, hier auf Zeit zu spielen, richten sie offen an die Verantwortlichen der Sendeanstalten. Aus Gewerkschaftssicht bleibt so kaum eine Wahl. Für die NDR-Angestellten ist eine neue Verhandlungsrunde am 19. Mai angesetzt, BR folgt am 22. Mai, WDR zuletzt am 9. Juni. Zwischen den Zeilen schwingt hier nicht nur der Wunsch nach mehr Geld, sondern auch nach mehr Wertschätzung – beides spielt im aktuellen Klima in den Rundfunkhäusern eine Rolle. Ich persönlich frage mich, wie viele Arbeitskämpfe es noch braucht, bis das Thema faire Entlohnung endlich nicht mehr aufploppt wie ein nerviges Pop-up-Fenster.
Die angekündigte Arbeitsniederlegung betrifft Mitarbeitende von NDR, WDR und BR, die kurzfristig für Donnerstag zum Ausstand aufgerufen sind. Verdi fordert für die Angestellten und Honorarkräfte deutliche Gehaltssteigerungen und sieht sich durch die ausbleibenden Fortschritte in den Tarifverhandlungen zu diesem Schritt gezwungen. Die nächsten Verhandlungsrunden stehen zwar schon fest, doch die Fronten scheinen weiter verhärtet – ein Durchbruch ist aktuell nicht abzusehen.
Aktuelle Recherchen zeigen außerdem: Das Vorgehen von Verdi ist eingebettet in eine Welle von Tarifauseinandersetzungen auch in anderen Branchen, etwa im öffentlichen Dienst oder an Flughäfen. Besonders im Medienbereich stehen nicht nur Löhne im Fokus, sondern auch Fragen der Programmgestaltung, Belastung durch Sparpläne und gesellschaftlicher Beitrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Viele Medienhäuser berichten teils kritisch, teils verständnisvoll über den angekündigten Streik – jedoch bleibt die Unsicherheit, welche Folgen das kurzfristig für Programm und Publikum haben wird.